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Minister besucht VW-Berufsausbildung Sigmar Gabriel genoss den GTI-Sound

Außenminister Sigmar Gabriel und sein slowakischer Amtskollege Miroslav Lajcak haben am Freitag ein Trainingscenter der VW-Berufsausbildung in Wolfsburg besucht. Locker plauderten die Politiker dort mit Azubis und schüttelten so manche Hand.

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Gruppenbild bei der VW-Berufsausbildung: Die Außenminister Miroslav Lajcak (2.v.l.) aus der Slowakei und Sigmar Gabriel (5.v.l.) aus Deutschland zu Besuch im Werk.

Quelle: Sebastian Bisch

Wolfsburg. Werksbesichtigung der besonderen Art: Vor einer Vertragsunterzeichnung im Hotel Ritz-Carlton (siehe Text unten) besuchten Außenminister Sigmar Gabriel und sein slowakischer Amtskollege Miroslav Lajcak ein Trainingscenter der VW-Berufsausbildung im Werk Wolfsburg und plauderten angeregt mit Azubis. Die AZ/WAZ war dabei.

Mit Blaulicht fahren die schweren Audi-Limousinen vor der Halle 103 vor, braun gebrannt entsteigt der Minister dem Fonds – um gleich darauf mit einigen VW-Vertretern in einem Konferenzraum zu verschwinden. Wenig später trifft der Blaulicht-Konvoi mit dem slowakischen Minister ein, nach dem Shake-Hands geht es zum kurzen Vier-Augen-Gespräch – was besprochen wird, bleibt hinter verschlossenen Türen.

Die Stimmung dürfte gelöst gewesen sein

Die Stimmung jedenfalls dürfte gelöst gewesen sein, denn kurz danach begeben sich die Politiker in das Trainingscenter Gesamtfahrzeug. „Hallo, guten Morgen“, grüßt der deutsche Außenminister freundlich nach links und nach rechts, schüttelt so manche Hand. Auch die von Fritz Osterwald, Azubi der Fahrzeugtechnik. An der Station Fahrzeugvermessung/Fahrerassistenzsysteme darf der den prominenten Gästen erklären, dass die Entwicklung rasant voranschreite: „In den nächsten Jahren wird das System in der Lage sein, autonom zu fahren.“ Beide Politiker nicken verständig, nachdem die Erläuterungen für den Tross aus der Slowakei übersetzt worden sind. Gabriel knüpft an den Gedanken an, erläutert seinem Amtskollegen in fließendem Englisch, warum die Auto-Industrie vor einem komplettem Wandel des Geschäftsmodells hin zur Digitalisierung stehe – man dürfe sich nicht vom Silicon Valley abhängen lassen, sagt er sinngemäß.

Technik ist wichtig, das Menschliche mindestens genau so. In welchem Ausbildungsjahr er sei, wendet sich Gabriel wieder seinem jungen Gesprächspartner im Blaumann zu („Im Dritten“), wie hoch die Ausbildungsvergütung sei („Ungefähr 900 Euro“) und ob er noch zu Hause wohne. „Ja“, sagt Fritz Osterwald. Dann, so der Minister, gebe er doch sicherlich vom Einkommen etwas an die Eltern ab. Sozis denken immer sozial.

“Like a Go-Cart“

Auch am Prüfstand des E-Golf macht die Gesellschaft Station – Minister, Mitarbeiter, Personenschützer mit Knopf im Ohr, VW-Vertreter. Es sei „very fun, high comfort, silent“, so ein Elektro-Auto zu fahren, erfährt der slowakische Minister Lajcak. Kurz gesagt: „Like a Go-Cart.“

Alls andere als ein Go-Cart wartet an der letzten Station: der 410-PS-Wörthersee-GTI. Beim Tritt aufs Gaspedal füllt satter Sound die Halle, die Musik aus den Boxen kommt rüber wie in der Disco. Als die Power zurück gedreht wird, erhebt Gabriel Einspruch: „Nee, mach mal weiter“ – mit Popmusik kann der SPD-Politiker bekanntlich etwas anfangen.

Dann wird’s auch schon Zeit zu gehen, die Vertragsunterzeichnung im Ritz-Carlton steht an. Mit einem jovialen „Tschüss“ verlässt der Außenminister die Halle, in der er vermutlich einige neue Fans gefunden hat.

Von Ulrich Franke

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