Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Volkswagen Quantencomputer: VW und Google forschen gemeinsam
Wolfsburg Volkswagen Quantencomputer: VW und Google forschen gemeinsam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 25.11.2017
Arbeit mit einem Quanten-Algorithmus: Die Volkswagen-Spezialisten wollen die chemische Struktur leistungsstarker E-Fahrzeug-Batterien simulieren. Quelle: VW
Anzeige
Wolfsburg

Volkwagen und Google haben eine umfassende Forschungszusammenarbeit im Bereich Quantencomputing vereinbart. Beide Unternehmen erproben künftig gemeinsam die Nutzung von Quantenrechnern. Sie wollen damit ihr Spezialwissen ausbauen und anwendungsnah forschen.

Ein Team aus Spezialisten von VW und Google arbeitet dazu auf einem Google-Quantencomputer. Quantencomputer können hochkomplexe Aufgaben weitaus schneller lösen als herkömmliche Super-Rechner oder ermöglichen überhaupt erst eine Lösung (siehe Text rechts).

Die Konzern-IT will drei Entwicklungsbereiche auf dem Google-Quantencomputer voranbringen. Die Spezialisten wollen die Verkehrsoptimierung weiterentwickeln, Materialstrukturen für leistungsstarke E-Fahrzeug-Batterien und neue Werkstoffe simulieren sowie mit neuen Verfahren des maschinellen Lernens an künstlicher Intelligenz arbeiten.

Konzern-IT-Chef Martin Hofmann sagt: „Die Quantencomputer-Technologie eröffnet uns neue Dimensionen. Sie ist die Beschleunigungsspur für Zukunftsthemen. Wir von Volkswagen wollen deshalb unter den Ersten sein, die Quantencomputing unternehmerisch einsetzen können, sobald diese Technologie kommerziell verfügbar ist. Durch die Zusammenarbeit mit Google kommen wir diesem Ziel einen großen Schritt näher.“

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf anwendungsnahe Forschung. Spezialisten aus den IT-Labs von VW in San Francisco und München entwickeln mit Google-Experten Algorithmen, Simulationen und Optimierungen. Dazu arbeiten sie an einem so genannten universellen Quantencomputer von Google. Dessen Architektur eigne sich für viele experimentelle Rechenoperationen.

CODE-Lab in San Francisco: Hier treiben VW-Spezialisten die anwendungsnahe Forschung auf dem Google-Quantenrechner voran. Quelle: Volkswagen AG

Entwicklungsbereiche der VW-Konzern-IT

Die VW-Konzern-IT will das Potenzial des Quantencomputers in mehreren Bereichen erproben. So arbeiten die Spezialisten an der Weiterentwicklung der Verkehrsoptimierung. Sie bauen damit auf ihrem erfolgreichen Forschungsprojekt auf und wollen neben der Fahrzeitverkürzung weitere variable Größen integrieren. Dazu zählen städtische Verkehrsleitsysteme, verfügbare E-Ladesäulen oder freie Parkflächen.

In einem weiteren Projekt wollen die Spezialisten mit einem Algorithmus die Materialstruktur leistungsstarker E-Fahrzeug-Batterien und anderer Werkstoffe simulieren und optimieren. Die Konzernforschung verspricht sich hiervon neue Erkenntnisse für den Fahrzeugbau und die Batterieforschung.

Darüber hinaus wollen die VW-Spezialisten das Potenzial des Google-Quantencomputers nutzen, um mit neuen Verfahren des maschinellen Lernens an künstlicher Intelligenz (KI) zu arbeiten. Fortgeschrittene KI-Systeme sind eine Voraussetzung für autonomes Fahren.

WAZ-Info: Was ist ein Quantencomputer?

Der Speicher eines herkömmlichen (klassischen) Computers ist aus Bits, der kleinsten Informationseinheit in der Informatik, zusammengesetzt. Jedes Bit kann entweder den Wert Null oder Eins annehmen. Herkömmliche Rechner stoßen bei der Lösung hochkomplexer Aufgaben an ihre Grenzen, gelten aber aufgrund ihres binären Systems als sehr zuverlässig. Quantencomputer sind grundlegend anders konstruiert. Sie folgen in ihrer Hardware-Architektur den Lehren der Quantenmechanik. Ein Quanten-Bit (kurz: Qubit) kann aufgrund quantenphysikalischer Gesetze den Zustand Null, Eins, oder beide Zustände beziehungsweise Zustandskombinationen gleichzeitig annehmen (die sogenannte Superposition). Die Rechenleistung steigt somit exponentiell, denn ein Quantencomputer kann jeden Rechenschritt mit sämtlichen Zuständen zur gleichen Zeit durchführen. Mit der Zahl der zu berücksichtigenden Zustandsmöglichkeiten werden aber die Rechenoperationen ungleich anspruchsvoller.

Von der AZ/WAZ-Redaktion

Volkswagen Kompetenzzentrum Sicherheit - VW eröffnet neue Crash-Test-Anlage

Volkswagen hat in Wolfsburg ein neues Kompetenzzentrum Sicherheit in Betrieb genommen. Mit einer hochmodernen Schlittentechnologie werden auf der Crash-Test-Anlage Unfälle simuliert. Zusammenstöße können so noch realitätsnäher dargestellt werden.

23.11.2017

Wie das Wirtschaftsmagazin BILANZ berichtet, musste Beschaffungsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz (60) rund 935.000 Euro an den Konzern für private Flüge im Firmenjet zwischen 2010 und 2013 zurückzahlen. 2014 hatte der damalige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Billigflüge seiner Vorstände gestoppt.

23.11.2017

Die Gewerkschaft Verdi hatte im Tarifstreit der Logistikbranche bei Schnellecke in Braunschweig zum Streik aufgerufen. Wenn auch am nächsten Verhandlungstag kein Durchbruch erzielt wird, könnte es zum Streik bei Schnellecke in Wolfsburg kommen – mit möglichen Folgen fürs VW-Stammwerk.

25.11.2017
Anzeige