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Volkswagen Müller und Osterloh: „Haben 2017 vieles erreicht!“
Wolfsburg Volkswagen Müller und Osterloh: „Haben 2017 vieles erreicht!“
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17:02 30.11.2017
Betriebsratschef Bernd Osterloh: Dank an die Belegschaft.  Quelle: VW-Betriebsrat/Roland Niepaul.
Wolfsburg

 Auf der letzten Betriebsversammlung im VW-Werk Wolfsburg im laufenden Jahr hat Konzernchef Matthias Müller am Mittwoch allen 630.000 Mitarbeitern weltweit für ihren Einsatz, ihre Loyalität und ihre Bereitschaft gedankt, die eingeleiteten Veränderungen mitzutragen. „2017 war ein gutes Jahr für den Volkswagen-Konzern. Es ist das Jahr, in dem Volkswagen wieder in die Offensive gegangen ist“, so der Vorstandsvorsitzende. Betriebsratschef Bernd Osterloh machte klar, dass die Fortschritte ein Verdienst der Belegschaft sind, was „höchsten Respekt“ verdiene.

Seit der Vorstellung der Strategie „Together 2025“ habe sich der Konzern in vielen Bereichen zum Positiven verändert. Das unterstrich Müller in seiner Rede in der Halle 11 des Werkes Wolfsburg: „Wir haben unsere Strategie mit Leben gefüllt, konkrete Projekte auf den Weg gebracht und in vielen Bereichen Neuland betreten. Allen voran haben wir mit der Roadmap E unseren Fahrplan für das Elektrozeitalter vorgestellt und gezeigt, wie wir E-Mobilität für alle erreichbar machen wollen“, so Müller. Bis 2025 plant Volkswagen mehr als 50 Elektroautos auf die Straße bringen und bis 2030 soll jedes der 300 Konzernmodelle mindestens eine elektrifizierte Variante enthalten.

Osterloh: „Der Zukunftspakt ist ein Erfolg“

Betriebsratschef Osterloh zog auf der Betriebsversammlung ebenso eine positive Bilanz der Arbeit im Jahr 2017. Er erinnerte an die Erfolge bei der Umsetzung des Zukunftspaktes. „Der Betriebsrat hat angesichts der anstehenden Umwälzungen in der Autoindustrie verantwortungsvoll gehandelt und den Zukunftspakt gemeinsam auf den Weg gebracht. Heute sehen wir: Der Zukunftspakt ist ein Erfolg. Bisher wurden bereits 1,9 Milliarden Euro an Effizienz realisiert. Und auch bei der Altersteilzeit ist Volkswagen auf Kurs: Mehr als 8000 Kolleginnen und Kollegen haben die Chance auf einen Altersteilzeitvertrag ergriffen.“

Prominenter Gast: Der frühere Fußballstar Günter Netzer (l.) besuchte die Betriebsversammlung. Mit Betriebsratschef Bernd Osterloh posierte er mit dem DFB-Pokal und dem Pokal der Europameisterschaft. Quelle: Betriebsrat/Roland Niepaul.

Hohes Tempo geht das Unternehmen auch beim Zukunftsthema autonomes Fahren beispielsweise mit dem Sedric, der auf den internationalen Automobilausstellungen für Aufsehen sorgte. Die Konzerntochter Moia macht bei der Entwicklung neuer Mobilitätsangebote ebenfalls große Schritte in Richtung Realbetrieb – das passende Fahrzeug dazu wird in Kürze der Öffentlichkeit präsentiert werden. „Wir haben trotz der Dieselkrise den Blick immer nach vorne gerichtet – und das nicht nur bei den Zukunftsthemen, sondern auch bei den Fahrzeugen und Technologien, mit denen wir heute und noch lange Zeit unser Geld verdienen“, sagte Müller.

Pötsch: „Wir sind ein anderes Unternehmen geworden“

Volkswagen habe es „in einer großen Teamleistung“ geschafft, sich neu aufzustellen, in vielen Bereichen zu verbessern und die großen Herausforderungen, vor denen das Unternehmen in dieser schwierigen Phase der Unternehmensgeschichte stand und steht, „mit großer Entschlossenheit und Konsequenz anzupacken“, sagte der VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

„Wir haben in den zurückliegenden zwei Jahren vor allem auch massiv an uns selbst gearbeitet und tun dies auch weiterhin. Wir haben die Themen Kultur, Compliance und Integrität in der Mitte unseres Unternehmens verankert“, führte Pötsch aus. „Wir sind bis heute bereits ein anderes Unternehmen geworden und werden uns noch weiter verändern. Mit unserer neuen Konzernstrategie, die auf zentralen Werten und einem fairen Miteinander aufbaut“, so Pötsch.

VW traut sich wieder eine Fünf-Jahres-Planung zu

Das Ende des Krisenmodus und damit wieder ein Stück weit Normalität zeichnet sich nach Müllers Worten auch an der kürzlich verabschiedeten Planungsrunde ab: „Erstmals seit 2014 haben wir uns wieder eine Fünf-Jahres-Planung zugetraut und damit die Leitplanken bis 2022 für Produkte, Werke und Investitionen gesetzt.“ Mehr als 34 Milliarden Euro wird das Unternehmen in den kommenden Jahren in die E-Mobilität, ins autonome Fahren, in die Digitalisierung und neue Mobilitätsdienste investieren.

„Der Aufsichtsrat hat der Marke Volkswagen Milliarden-Investitionen in neue Produkte und in unsere Werke genehmigt. Damit ist unsere Zukunft gesichert – und zwar egal, ob elektrisch oder konventionell angetrieben. Wir werden unseren Platz in der Spitzengruppe der Automobilindustrie behaupten“, sagte Osterloh und kündigte Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro in das Hauptwerk Wolfsburg an. Mit den Mitteln solle unter anderem die Einrüstung des Golf VIII umgesetzt werden sowie ein neues Designzentrum in der Technischen Entwicklung.

Müller warnt vor zu großer Euphorie

Osterloh dankte den Beschäftigten für ihren Einsatz trotz Gegenwind: „Die harte Arbeit der Belegschaften hat Volkswagen nach der Dieselkrise wieder nach vorne gebracht. Dafür haben die Kolleginnen und Kollegen höchsten Respekt verdient!“

Trotz glänzender Absatzzahlen, robuster finanzieller Lage und einem zu erwartenden Bestwert in 2017 warnte Konzernvorstand Müller vor zu großer Euphorie und machte zugleich klar, dass die Erfolge nicht zu Selbstzufriedenheit führen dürfen. „Die Herausforderungen bleiben weiterhin groß, die Dieselkrise ist noch nicht überwunden. Wir dürfen jetzt nicht auf halbem Weg stehen bleiben. Wir müssen uns weiter hinterfragen und Volkswagen weiter verändern, nur so können wir die Herausforderungen, die uns noch bevorstehen, gemeinsam meistern.“

Gast bei der Betriebsversammlung war der frühere Fußballstar Günter Netzer. Er nahm an einer Podiumsdiskussion zum Thema Fußball-Sponsoring teil.

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