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Volkswagen Modellbau: Carlos Arcos ist der Bildhauer bei Seat
Wolfsburg Volkswagen Modellbau: Carlos Arcos ist der Bildhauer bei Seat
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00:21 11.02.2019
Der Auto-Bildhauer: Beim Seat Tarraco war Modellbauer Carlos Arcos für das Design der Frontpartie verantwortlich.
Matorell

Modellbauer sind wahre Künstler der Automobilbranche. Sie üben jedoch einen Beruf aus, der den meisten Menschen unbekannt ist. Ihr wichtigstes Werkzeug sind ihre Hände, mit denen sie die Skizzen der Fahrzeug-Designer als Tonskulpturen in Originalgröße zum Leben erwecken. Carlos Arcos ist bei der Volkswagen-Tochter Seat für die Gestaltung der Modelle verantwortlich.

Trotz der Fortschritte, die im Rahmen der virtuellen Realität gemacht wurden, ist das aus einem speziellen Industrieton erstellte Modell immer noch ein wesentlicher Teil des Designprozesses. „Es ist der erste Schritt, um die tatsächlichen Abmessungen des Fahrzeugs sichtbar zu machen“, sagt Carlos Arcos. „Erst so lässt sich das Fahrzeug betrachten und anfassen. Das physische Modell ist für die Erzielung perfekter Volumina und Flächen unverzichtbar.“

Arcos modelliert seit fast 20 Jahren Fahrzeuge. Er hat Industriedesign studiert und sich auf die Modellierung von Prototypen spezialisiert. „Mit meinen Händen kann ich mir ein Gespür für das Fahrzeug erarbeiten, seine Linien, seine Flächen. Es ist eine kreative Arbeit, die mich täglich vor neue Herausforderungen stellt und mich stets aufs Neue begeistert“, erklärt er. Neben handwerklichen Fähigkeiten müsse man sich „im Geiste eine Vorstellung davon machen können, wie sich eine 2D-Perspektive in die Realität übertragen lässt“.

Der Spanier Carlos Arcos gestaltet aus Ton die neuen Modelle der Volkswagen-Tochter

Um den Ton weicher zu machen und ihn verarbeiten zu können, muss er auf 60 Grad erwärmt werden. „Dieses Material ist sehr wandlungsfähig und kühlt rasch ab. Es muss schnell verarbeitet werden“, sagt Arcos, während er einige Tonstangen aus dem Ofen holt. Um sie richtig zu formen, bedient er sich eines Kniffs: „Ich betrachte das Fahrzeug aus unterschiedlichen Perspektiven, so, wie es ein Bildhauer machen würde.“ Anfangs arbeitet er mit Elektrowerkzeugen wie beispielsweise einer Fräsmaschine, um das Ausgangsvolumen des Modells zu erhalten. Danach ist alles reine Handarbeit mit Spachteln und Schabern, um eine erste Form des physischen Fahrzeug-Modells zu definieren.

Das letzte Modell, das von Arcos und seinem Team handmodelliert wurde, war der neue Seat Tarraco: „Jedes Fahrzeug erfordert einen anderen Designansatz, aber die Herausforderung bei diesem großen SUV bestand darin, die Volumen und Proportionen richtig abzubilden“, so Arcos. Ein Team aus vier Modellbauern arbeitete an diesem Modell. „Wir haben uns aufgeteilt und jeweils verschiedene Teile bearbeitet. Ich war für die Frontpartie verantwortlich“, erklärt er. Zwei Monate Arbeit und 5000 Kilogramm Ton benötigte das Team für den Seat-SUV. Arcos: „Ich weiß, dass ein Teil von mir in dieser Linienführung steckt. Wenn ich den Tarraco auf der Straße sehe, bin ich stolz auf den Beitrag, den ich geleistet habe.“

Von der AZ/WAZ-Redaktion

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