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Volkswagen Marke VW steigert Umsatz und Gewinn
Wolfsburg Volkswagen Marke VW steigert Umsatz und Gewinn
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12:45 02.08.2018
Golf-Produktion in Wolfsburg:Die Marke Volkswagen macht Fortschritte. Quelle: dpa
Wolfsburg

Die Marke Volkswagen hat im ersten Halbjahr den Umsatz kräftig gesteigert, mehr Autos ausgeliefert als jemals zuvor in sechs Monaten und den Betriebsgewinn im Tagesgeschäft deutlich verbessert. Getrübt wird die VW-Bilanz für den bisherigen Jahresverlauf allerdings durch weitere Kosten für den Diesel-Skandal.

Der Umsatz der Marke VW-Pkw lag von Januar bis Juni mit 42,7 Milliarden Euro um 8 Prozent über dem Vorjahreswert – maßgeblich getrieben durch die kräftig gesteigerten Autoverkäufe. Mit 3,12 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen erreichte die Marke Volkswagen zum Halbjahr einen neuen Spitzenwert (+ 6,3 Prozent).

Sonderkosten durch Diesel-Skandal von 1,6 Milliarden Euro

Das operative Ergebnis, also der Betriebsgewinn aus dem Tagesgeschäft, stieg um 20 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Die Rendite verbesserte sich auf 5,0 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent). Das gute Ergebnis wird allerdings zum großen Teil von den Sonderkosten aufgezehrt. Für die Bewältigung der Diesel-Affäre verbuchte VW im ersten Halbjahr noch einmal 1,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen schrumpfte entsprechend auf 0,5 Milliarden Euro.

„Die gute operative Performance im ersten Halbjahr zeigt, dass die Neuausrichtung der Marke Volkswagen Schritt für Schritt vorankommt“, sagte Marken-Finanzvorstand Arno Antlitz am Donnerstag. „Diesen Weg müssen wir konsequent fortsetzen und unsere Transformation noch einmal beschleunigen, um die Ertragskraft der Marke nachhaltig auf ein wirklich wettbewerbsfähiges und zukunftssicheres Niveau zu heben.“

Neuer Abgastest WLTP macht VW Probleme

Eine „Herausforderung“ in der zweiten Jahreshälfte ist laut VW die Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus. VW-Chef Herbert Diess hatte bereits am Mittwoch vor einem schwierigen zweiten Halbjahr wegen den Problemen bei den neuen Abgastests gewarnt. Ab dem dritten Quartal erwartet die Marke dadurch Auswirkungen auf das Geschäft.

Volkswagen hat mit dem neuen Prüfzyklus zu kämpfen, weil das Unternehmen mit den Zertifizierungen seiner vielen Motor-Getriebekombinationen nicht hinterherkommt. Unter anderem stehen deswegen in mehreren Werken nach den Werksferien tageweise die Bänder still. Für schon produzierte Autos, die das neue Prozedere noch nicht durchlaufen haben, muss der Konzern große Flächen zum Zwischenparken anmieten.

Aufwind durch SUV-Boom

Trotzdem bestätigte der Markenvorstand am Donnerstag seine Jahresprognose: 2018 werde der Umsatz um bis zu 10 Prozent steigen, die Rendite vor Sondereinflüssen soll bei 4 bis 5 Prozent liegen.

Den Aufwind verdankt VW vor allem der Modelloffensive bei den sportlichen Stadtgeländewagen (SUV). Neben dem Tiguan, Touareg und T-Roc steht mit dem T-Cross das nächste SUV-Modell der Marke bereits in den Startlöchern.

Um die Milliarden-Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung stemmen zu können, muss VW allerdings weiter die Kosten weiter senken. „Vorstand und Betriebsrat werden daher in den nächsten Monaten über weitere Maßnahmen beraten und gemeinsam daran arbeiten, die Marke Volkswagen nachhaltig wettbewerbsfähig und zukunftssicher zu machen“, teilte das Unternehmen mit.

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