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Volkswagen Ex-Chefentwickler klagt gegen VW im Diesel-Skandal
Wolfsburg Volkswagen Ex-Chefentwickler klagt gegen VW im Diesel-Skandal
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14:58 29.10.2018
Arbeitsgericht Braunschweig: Der frühere Leiter der Dieselmotoren-Entwicklung (r.) klagt gegen seine Kündigung. Quelle: Florian Heintz
Braunschweig

Der Autobauer hatte den Diplom-Ingenieur im vergangenen August wegen seiner angeblichen Verstrickung in den Diesel-Skandal fristlos entlassen. Der 52-Jährige ist seit Mai 1995 bei Volkswagen beschäftigt und war zuletzt Hauptabteilungsleiter/Leiter Dieselmotoren-Entwicklung mit einem Brutto-Monatsgehalt von 51.100 Euro.

Anfang November 2015, rund sechs Wochen nach Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen bei weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen, stellte VW den Kläger von der Arbeit frei; sein Gehalt erhielt er weiterhin. Die fristlose Kündigung – und ersatzweise eine ordentliche Kündigung – erfolgte erst im August 2018, nachdem die Braunschweiger Staatsanwaltschaft dem Unternehmen Einblick in die Ermittlungsakten zum Diesel-Skandal gewährt hatte.

Kläger wurde auch mehrfach in den USA vernommen

Der Rechtsanwalt des Klägers kritisierte die Entlassung des 52-Jährigen als unbegründet. „Man hat schlicht und ergreifend den Falschen rausgeguckt“, sagte Anwalt Ulrich Weber. Die fristlose Kündigung nach dreijähriger Freistellung sei „absurd“, da aus den Ermittlungsakten der Behörde keine neuen Erkenntnisse hervorgegangen seien. „Mein Mandant hat im Vorfeld an einer Vielzahl von Befragungen teilgenommen und war durchgängig kooperativ“, betonte Weber.

Auch in den Vereinigten Staaten habe es mehrere Vernehmungen unter Beteiligung von Justizministerium und FBI gegeben. „Was interessant ist: In den USA erfolgte keinen Anklage gegen meinen Mandanten. Wir rechnen auch in Deutschland mit keiner Anklage“, sagte der Anwalt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt in der Abgas-Affäre auch gegen den 52-Jährigen. Die Zahl der Beschuldigten ist erst kürzlich erneut gestiegen.

Was wusste der Kläger über die Diesel-Manipulationen?

Die Kündigung ist aus Sicht des Anwalts auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil sein Mandant nicht an der Entwicklung des VW-Dieselmotors EA189 mit manipulierter Abgas-Software beteiligt gewesen sei. „Seine Aufgabe war die Entwicklung des Nachfolgemotors“, so Weber. Allerdings warf Richter Ingo Hundt die Frage auf: „Da muss man doch Beteiligungspunkte mit dem Problemmotor gehabt haben?“ Auch ein Anwalt von Volkswagen argumentierte so, dass der fragliche Dieselmotor EA189 noch unter der Verantwortung des Klägers weiterentwickelt und produziert worden sei.

Beide Seiten haben nun mehrere Wochen Zeit für ihre schriftlichen Stellungnahmen. Eine Entscheidung fällt das Arbeitsgericht voraussichtlich bei einem Termin am 11. März 2019 um 12 Uhr.

Von Florian Heintz

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