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Volkswagen Das sagen bekannte Wolfsburger
Wolfsburg Volkswagen Das sagen bekannte Wolfsburger
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00:08 11.04.2018
Spitzenkräfte: Matthias Müller (l), Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, beim Konzernabend 2016 zusammen mit Herbert Diess. Quelle: dpa
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Wolfsburg

In erster Linie waren die Wolfsburger Offiziellen – egal ob Verwaltung, Politik oder Gesellschaft – vor allem überrascht vom möglichen Wechsel an der Konzernspitze. Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) wollte sich „vor einer offiziellen Bestätigung von VW nicht an Spekulationen beteiligen“, wie er am Rande einer Kita-Eröffnung sagte. Gesprächsthema war die Nachricht aber auch dort.

Immacolata Glosemeyer (SPD), Ortsbürgermeisterin und Landtagsabgeordnete, sagte: „Ich wünsche mir für alle eigentlich nur, dass endlich Ruhe einkehrt. Herr Müller hatte nicht immer glückliche Tage – es war aber auch keine leichte Zeit.“

Bundestagsabgeordnete Pia Zimmermann (Linke), kommentierte: „Man fragt sich doch, warum wird gerade jetzt überhaupt umgebaut? Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre das, dass es in Zukunft nicht nur um Rendite geht, sondern dass der technische Fortschritt denen zu Gute kommt, die in Lohn und Brot stehen – als Leiharbeiter und mit Werkverträgen. Aber ich fürchte, dass nur ein Kopf gegen einen anderen ausgetauscht wird.“

Wolfsburgs CDU-Chefin Angelika Jahns sagte: „Ich hoffe, dass sich der Führungswechsel positiv auf die Unternehmensstruktur auswirkt. Volkswagen soll auch in den Schlagzeilen wieder gut dastehen. Dass gute Arbeit geleistet wird, zeigen ja die Absatzzahlen.“

Vorsfeldes Ortsbürgermeister Günter Lach (CDU) lobt die Verdienste von VW-Chef Matthias Müller, sagt aber auch: „Ich halte den Wechsel zu Herbert Diess für eine gute Lösung: Er hat als Markenvorstand gute Arbeit geleistet.“

Warme Worte für Matthias Müller gab es von SPD-Ratsfraktionschef Hans-Georg Bachmann: „Er hat Volkswagen in einer sehr schwierigen Zeit übernommen, sich zudem für die Stadt eingesetzt – dafür gebührt ihm Dank. Jetzt hat er das Alter, in dem er sich zur Ruhe setzen kann.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Kassel „würde es begrüßen, wenn ein Nachfolger aus dem Hause Volkswagen kommt“. Er betont aber: „Es kommt in erster Linie nicht auf Personen an, sondern darauf, dass es weiterhin eine stabile wirtschaftliche Entwicklung gibt. Das ist wichtig für die Belegschaft, für die Stadt Wolfsburg und das ganze Land.“

Fallerslebens Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist (PUG) sorgt sich: „Ich kann nicht behaupten, dass ich begeistert bin. Matthias Müller hat sich in der kritischen Situation ja zumindest sehr engagiert.“ Zu Herbert Diess sagt sie: „Er ist mit der Materie vertraut – besser, als wenn VW jemanden von außen holt.“

Falko Mohrs, SPD-Bundestagsabgeordneter, resümiert: Matthias Müller hat den Job übernommen, als sich Volkswagen nach dem Dieselskandal in einer sehr schwierigen Lage befand. Jetzt ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass VW eine gute und ruhige Entwicklung geht. Egal, wer bei VW an der Spitze steht. E-Mobilität, sichere Arbeitsplätze und das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen – das sind die Aufgaben.“

Hendrik Wolf-Doettinchem, Prokurist von Cadera, meint: „Das betriebswirtschaftliche Ergebnis gibt Matthias Müller Recht. Dafür gebührt ihm ausdrücklich Dank. Vielleicht ist es aber ein guter Zeitpunkt, im Zuge der Umstrukturierung auch die Führungsriege den neuen Herausforderungen anzupassen.“

Jens Hofschröer, WMG-Geschäftsführer, sagt: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Matthias Müller mit der ,Together-Strategie 2025’ den richtigen Weg gewählt hat – wenngleich noch einige Aufgaben zu erledigen sind. Seine Leistung muss man jedenfalls mit Hochachtung anerkennen.“

Frank-Helmut Zaddach, ehemaliger SPD-Ratsherr, sieht Müller kritischer: „Wirtschaftlich muss Müller wohl gute Arbeit geleistet haben. In einem Interview, in dem es um eine Obergrenze von Managergehältern ging, fand ich ihn aber sehr irritierend.“

Von Carsten Bischof, Sylvia Telge, Andrea Müller-Kudelka, Frederike Müller

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