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VW Aktuell Blessing: „Vorstand muss stempeln gehen“

Aktion bei VW Blessing: „Vorstand muss stempeln gehen“

Raus aus dem Anzug, rein in den Blaumann – Karlheinz Blessing und Bernd Osterloh halfen in der Materialausgabe und beim Werkschutz von VW mit, Hintergrund war eine Wette. Der Personalvorstand und der Betriebsratsboss schlugen sich wacker.

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Wetteinsatz für Kinderhilfswerk: VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing (l.) und Betriebsratschef Bernd Osterloh (r.) kontrollierten Werksausweise am Werkstor und packten in der Materialausgabe mit an.

Quelle: ROLAND HERMSTEIN

Wolfsburg. Sonderschicht für Karlheinz Blessing und Bernd Osterloh. Der Personalvorstand und der Betriebsratschef von VW teilten gestern Arbeitsbekleidung aus und kontrollierten Werksausweise am VW-Tor, alles für einen guten Zweck – 10.000 Euro für das Kinderhilfswerk Terre des Hommes. Beide schlugen sich auf fremdem Terrain mehr als wacker, Meister Uwe Kudla aus der Materialausgabe: „Fürs erste Mal haben sie das richtig gut gemacht.“

Hintergrund war eine Wette. Wenn sie mit ihrem Spendenaufruf 10.000 Euro für Straßenkinder zusammen bringen, schlüpfen sie sozusagen in den Blaumann, hatten Blessing und Osterloh versprochen. Gesagt, getan. 10.200 Euro kamen zusammen, die beiden Manager rückten gestern vom Schreibtisch aus an die Front. Erste Station war die Materialausgabe, erster Kunde Giovanni Detond. „Ich bekomme Nummer sechs“, so der 58-Jährige – die Rollcontainer sind vorgepackt mit Schutz-Schuhen und Latzhosen. „Und wo ist die Nummer sechs?“, fragte Osterloh zu Recht nach – Meister Uwe Kudla und dessen Kollegin Nina Wessels wiesen ihrem Betriebsratschef den Weg. Als Giovanni Detond das leere Gefährt zurück brachte, sprang er selbst helfend ein: „Der kommt da hinten hin, wo er stand.“ Ob er wusste, wer ihn heute bedienen würde, wollte die WAZ von dem 58-Jährigen wissen. „Klar“, so dessen Antwort. „Deswegen bin ich heute ja extra später gekommen.“

Wenig später eilt Personalchef Blessing seinem Kollegen von der Arbeitnehmerseite zur Hilfe, verteilt mit Osterloh fleißig Material. Später müssen beide noch zusammen kommissionieren – eine Ladung zusammen stellen. Alles wird ordentlich abgestempelt, den Job übernimmt Blessing. „Vorstand muss stempeln gehen“, kommt ihm ein nettes Wortspiel über die Lippen.

Danach geht’s zum Tor Ost, beide Manager bekommen Werkschutz-Westen – und winken Autofahrer durch, die vorher ihren Ausweis gezeigt haben. Der WAZ-Reporter will den Betriebsratsboss aufs Glatteis führen: „Welche Nummer hatte denn der letzte kontrollierte Ausweis?“ – „Nee, das muss ich nicht wissen“, winkt Osterloh ab und kontert cool mit Blick auf einen anrollenden Lastwagen: „Der hat eine Kennung, der darf hier rein“ – Osterloh kennt sich in seinem Laden aus.

Nach einer Stunde ist die Sonderschicht vorbei, die Manager eilen wieder ins Richtung Büro. Wieder kommen dürften sie bestimmt nach einem ordentlichen Job.

Von Ulrich Franke

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