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VW Aktuell Abstieg eines Auto-Stars: Winterkorn wird 70

Volkswagen Abstieg eines Auto-Stars: Winterkorn wird 70

Kaum ein Top-Manager ist binnen so kurzer Zeit so tief gestürzt wie er. Vor zwei Jahren sonnte sich Martin Winterkorn noch in den Erfolgen einer Rekordjagd, die kein Ende zu nehmen schien. Doch schon wenige Wochen nach seinem Rücktritt wegen der Abgas-Affäre im September 2015 war für „Mr. Volkswagen“ nichts mehr wie vorher.

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Quelle: dpa

Wolfsburg. Und auch zum 70. Geburtstag am heutigen Mittwoch dürfte dem Ex-VW-Chef nicht unbedingt nur nach Feiern zumute sein

Der Schatten, der infolge zwischenzeitlicher Milliardenverluste, immenser Strafgelder und Risiken für den Ruf der gesamten Autobranche nun auf der Ära Winterkorn liegt, ist nicht wegzudiskutieren. Dass es zu solch einem Erdrutsch kommen würde, hätten sich selbst VW-Kritiker vor eineinhalb Jahren nicht vorstellen können. Aus dem Unternehmen heißt es, die Leistungen des einstigen Chefs dürften jedoch nicht vergessen werden. Unter ihm seien beispielsweise mehr als 140.000 neue Jobs entstanden, Umsatz und Ergebnis hätten sich verdoppelt.

Die Diesel-Affäre könnte den Jubilar aber noch einholen. Im Winter weitete die Staatsanwaltschaft Braunschweig die Ermittlungen gegen Winterkorn vom Verdacht der Marktmanipulation auf den des Betrugs aus. Sein Haus und Büro wurden nach dpa-Informationen durchsucht. Es gebe Indizien dafür, dass er „früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte“. Auch Stuttgarter Staatsanwälte ermitteln wegen Marktmanipulation.

„Volkswagen war, ist und bleibt mein Leben.“ Den Satz aus Winterkorns Abschiedsbotschaft an die Mitarbeiter mag man glauben, der Schmerz über das Dieselchaos traf den Perfektionisten hart. Ob er sich aber wirklich „keines Fehlverhaltens bewusst“ war - das wird sich zeigen.

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