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Volkswagen Abgas-Betrug: VW nur „Spitze des Eisbergs“?
Wolfsburg Volkswagen Abgas-Betrug: VW nur „Spitze des Eisbergs“?
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19:00 05.11.2015
Abgasmanipulationen auch bei anderen Herstellern? Tests der Deutschen Umwelthilfe bringen alarmierende Ergebnisse zutage. Quelle: dpa
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Bei den zehn in Deutschland am häufigsten zugelassenen Pkw-Modellen lag der Spritverbrauch laut DUH zuletzt im Schnitt um 42 Prozent über den offiziellen Angaben. Die Höhe der Kfz-Steuer ist in Deutschland an den Ausstoß von CO2 und damit auch an den Verbrauch gekoppelt. Wegen manipulierter Abgaswerte sind dem Staat im vergangenen Jahr laut einer Schätzung der DUH 1,8 Milliarden Euro an Kfz-Steuern entgangen.

VW hatte am Dienstag nach internen Untersuchungen mitgeteilt, es gebe bei mehreren Modellen „Unregelmäßigkeiten“ bei CO2- und Verbrauchsangaben. Der Konzern betont, dass die Unregelmäßigkeiten nicht durch technische Hilfsmittel verursacht wurden. „Es geht um Werte, die einfach zu niedrig angegeben wurden“, sagte ein Konzernsprecher. Unter den betroffenen Autos seien viele Modelle mit dem Label „BlueMotion“, mit dem Volkswagen Fahrzeuge als besonders schadstoffarm vermarktet.

Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation ist das Erreichen des EU-Klimaziels bei Neufahrzeugen für das Jahr 2020 durch die nun aufgedeckten Betrügereien völlig unrealistisch geworden. Die DUH kritisierte das aus ihrer Sicht mangelnde Aufklärungsinteresse der zuständigen deutschen Behörden.

„Beim Bundesverkehrsministerium und beim Kraftfahrt-Bundesamt werden wir wie Aussätzige behandelt“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Seinen Angaben zufolge haben es mehrere deutsche und europäische Abgas-Prüfstellen abgelehnt, für die Umwelthilfe Tests durchzuführen. Die jüngsten Untersuchungen fanden deshalb in der Schweiz statt.

In dem sich zuspitzenden VW-Skandal hat der Wolfsburger Industriepfarrer Peer-Detlev Schladebusch mehr Respekt für die mehr als 600.000 VW-Mitarbeiter gefordert. Sie erlebten seit mehr als sechs Wochen ein Spießrutenlaufen. Zugleich begrüßte der Pfarrer, dass VW sich zu den Unregelmäßigkeiten der CO2-Werte bekenne.

05.11.2015

Wolfsburg/Braunschweig. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft auch im VW-Skandal um falsche CO2-Angaben die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. „Wir prüfen das natürlich, das ist unsere Aufgabe“, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe.

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Um das Diesel-Problem im Problemmarkt USA in den Griff zu bekommen, prüft Volkswagen den Austausch der betroffenen Fahrzeuge durch Neuwagen. Der Umtausch könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten.

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