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Velpke/Lehre Vorrang für Windenergie? Bürger haben Bedenken
Wolfsburg Velpke/Lehre Vorrang für Windenergie? Bürger haben Bedenken
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00:16 16.05.2016
Interesse an Informationen: Velpker Bürger sind beim möglichen Ausbau von Windenergieanlagen skeptisch. Quelle: Britta Schulze
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„Ich habe überhaupt nichts gegen Windenergie einzuwenden“, sagt Rainer Marx, der am Erlenring wohnt. Die schon bestehenden 15 Anlagen sind etwa zwei Kilometer von seinem Haus entfernt. Für ihn und weitere Velpker Bürger vom Südhang nach eigenen Angaben kein Problem. Mit Sorge blicken sie allerdings auf den von der Bundespolitik vorangetriebenen Ausbau der Windenergie und mögliche Auswirkungen vor Ort. Ein Kernpunkt sind Marx zufolge negative gesundheitliche Auswirkungen wie Schlafstörungen oder Nasenbluten durch nicht hörbaren Schall. „Die jetzigen Anlagen sind schon laut“, sagt Martin Krause. „Kommen Graugänse und Rotmilane über 200 Meter hohe Anlagen?“, fragt Uwe Mahlstedt.

„Der ZGB hat 1000 Meter Abstand zu Siedlungen festgelegt und legt keine Standorte für Anlagen fest“, erklärt Erste Verbandsrätin Manuela Hahn auf WAZ-Anfrage. „Höhen und Standorte von Windkraftanlagen sind Gegenstand des Genehmigungsverfahrens, die Gemeinde kann Höhenbeschränkungen festlegen“, so Hahn.

joe

Langwierige und komplexe Planungen

Ziel des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) ist ein massiver Ausbau der Windenergie. Die Planung begann bereits 2008. Die für das Thema Windenergie relevanten Unterlagen aus dem „Regionalen Raumordungsprogramm“ belaufen sich inzwischen auf rund 1000 Seiten.

„Bei der ersten Auslage der Pläne haben wir rund 1800 Stellungnahmen erhalten“, sagt Zweckverbands-Sprecherin Gisela Noske. „Da es viele gravierende Einwände gab“, wurde ein zweites Beteiligungsverfahren notwendig. Dieses läuft noch bis zum 20 Mai. Solange können auch Bürger Stellungnahmen zu den Plänen abgeben. Die einzelnen Planunterlagen und Informationen zur Einreichung von Stellungnahmen im Internet unter www.zgb.de .

joe

Einmischen ist wichtig

ein Kommentar von Jörn Graue

Das hat nichts mit einem bloßen „Ich bin erst einmal dagegen“ zu tun. Die Velpker Bürger haben sich intensiv mit den laufenden Planungen zur Windenergie auseinander gesetzt und haben durchweg sachliche Argumente, über die es sich lohnt, nachzudenken.

So schlägt Rainer Marx beispielsweise vor, bei Neubauten Solarsysteme mit Pufferspeichern gesetzlich vorzuschreiben. Dann bräuchte es sicherlich weniger Rotoren in der Landschaft, was den jetzigen und zukünftigen Eigentümern solcher Anlagen allerdings kaum gefallen dürfte.

Ganz gleich, ob die Papenroder Windräder am Ende eines langen Planungsweges tatsächlich Zuwachs bekommen oder nicht: Wichtig ist, dass Bürger ihre Stimme erheben und sich aktiv in laufende Planungen einbringen. Die Gruppe um Rainer Marx wird gewiss bis zum 20. Mai schriftlich Stellung beziehen.

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