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Vorerst keine Verkehrsberuhigung in der Neuen Reihe

Ortsrat Lehre Vorerst keine Verkehrsberuhigung in der Neuen Reihe

Jede Menge Verkehr auf Haupt- und Nebenstraßen belastet auch die Ortschaft Lehre. Der Ortsrat diskutierte intensiv über mögliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in den Straßen Neue Reihe und Am Löbner.

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Ortsbegehung: Die Ortsratsmitglieder schauten sich mögliche Standorte für Aufpflasterungen zur Verkehrsberuhigung in der Straße Neue Reihe an. Auch Bürger waren dabei.

Quelle: Jörn Graue

Lehre. Aufpflasterung, Parkbuchten oder Einbahnstraße? Der Ortsrat Lehre beriet am Mittwochabend mehrere Varianten für eine Verkehrsberuhigung in der Straße Neue Reihe. Eine abschließende Entscheidung gab es vor mehr als 20 Zuhörern nicht.

Bei einer Ortsbegehung präsentierte Marco Schulz vom Bauamt der Gemeinde Lehre zwei mögliche Standorte für Aufpflasterungen: vor Hausnummer 8 und 20. Die betroffenen Anwohner befürchten dadurch allerdings deutlich mehr Lärm und eine Verschlechterung der Wohnbedingungen. „Wie steht es bei einer Aufpflasterung um Kosten und Lärm und wie verlangsamt sich der Verkehr dadurch?“, fragte Andreas Schneider-Adamek (CDU) und sprach sich für „belastbare Kriterien“ aus. Er erinnerte daran, dass eine Einbahnstraßenregelung einst am Widerstand der Anwohner gescheitert war.

Vorerst bleibt alles beim Alten

Heike Meyerhof (Grüne) sprach sich für versetzte Parkbuchten oder Blumenkübel an den Straßenseiten aus. Mit Blick auf eine mögliche etwa zehn Zentimeter hohe Aufpflasterung sah Olaf Ehlers (SPD) Gefahren für Zweiradfahrer. Schließlich schloss sich das Gremium dem Antrag von Heike Meyerhof an, vorerst alles beim Alten zu belassen. Jetzt befassen sich die Fraktionen erneut mit dem Thema.

Eine mögliche Verkehrsberuhigung stand auch für die Straße Am Löbner auf der Agenda. Dort wird noch bis Dezember für eine Million Euro das Kanalnetz erneuert (WAZ berichtete). „Bei einer Ausweisung von Parkflächen fällt Parkraum weg“, sagte Ortsbürgermeister Heinrich Köther (CDU). Durch viele Einmündungen sei ein schnelles Fahren gar nicht möglich, so Marco Schulz. Für die Sicherheit der Schulkinder sei ein Hochbord wichtig, betonte Bernd Krüger (SPD). Der Ortsrat schloss sich der Verwaltung an und entschied sich gegen verkehrsberuhigende Maßnahmen.

Handlungsbedarf an Grundschule, Geld für Spielplätze

Vor ihrer Sitzung schauten sich die Ortsratsmitglieder die Außenanlagen der Grundschule Lehre an. Ergebnis: An mehreren Stellen besteht dringender Handlungsbedarf.

Thomas Schmalkoke, der als beratendes Mitglied für die SPD im Ortsrat sitzt und zugleich Hausmeister der Grundschule ist, zeigte den Ausschussmitgliedern zunächst eine rund 30 Zentimeter tiefe, lange Furche an der Grenze zum Nachbargrundstück. Diese solle mit Rindenmulch aufgefüllt werden, kündigte Marco Schulz vom Bauamt der Gemeinde Lehre an. Ein weiteres Problem: Da ein Fallrohr am Schulgebäude zu klein für die Aufnahme der Wassermassen bei starken Regenfällen ist, drückt der Niederschlag zurück und verteilt sich auch großflächig auf dem Boden. An eben diesem fehlt es beim Übergang vom gepflasterten Bereich zu den Spielgeräten, so dass eine kleine Böschung entstanden ist. „Die Dinge müssen nach und nach abgearbeitet werden“, sagte Ortsbürgermeister Heinrich Köther (CDU). Als nächstes wird sich der Schullausschuss mit den baulichen Problemen befassen.

Einstimmig entschied der Ortsrat, dass der Spielplatz Klappenfeld einen Tampenschwinger für 1500 Euro erhält und auf dem Platz an der Birkenfeldstraße ein neues Karussell für 3000 Euro aufgestellt wird. Auf dem Spielplatz Forstkamp soll es für 8000 Euro ein neues Klettergerät mit Haus, Rutsche und Schaukel geben.

Ebenfalls geschlossen stimmten die Ortsratsmitglieder in der Sitzung für zwei Zuschussanträge. Der Förderverein der Kita Lehre erhält 400 Euro und der VfL Lehre 500 Euro für diverse kleinere Neuanschaffungen.

Angemessene Debattenkultur

ein Kommentar von Jörn Graue

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates Lehre ging es höchst lebendig zu. Das lag vor allem daran, dass mehr als 20 Zuhörer ausgiebig von ihrem Recht Gebrauch machten, sich in den laut Tagesordnung vorgesehenen zwei Einwohnerfragestunden einzubringen.

Das ist bei einem Thema wie Verkehrsberuhigung nicht ungewöhnlich, schließlich sind viele als Anwohner unmittelbar von Maßnahmen wie Aufpflasterungen oder dem Anlegen von Parkbuchten betroffen. Da können die Ansprüche an die gewählten politischen Vertreter im Ortsrat bisweilen ziemlich hoch sein.

Was mir in der Sitzung am Mittwochabend positiv auffiel: Immer wieder konnten sich die Bürger auch außerhalb der obligatorischen Fragerunde äußern. Das zeigt, dass sich die Ortsratsmitglieder ein umfassendes Bild vom Thema machen möchten und an den Gedanken und Einwänden der Bürger interessiert sind. Das ist gut so und zeugt von angemessener politischer Debattenkultur.

Dennoch gilt aber immer auch, dass in einer repräsentativen Demokratie wie in Deutschland letztlich die gewählten Vertreter für den Bürger entscheiden und nicht dieser selbst.

Von Jörn Graue

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