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Velpke/Lehre Kinderarzt-Mangel: Velpker Eltern fühlen sich abgehängt
Wolfsburg Velpke/Lehre Kinderarzt-Mangel: Velpker Eltern fühlen sich abgehängt
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Sie fürchten, bei der kinderärztlichen Versorgung auf der Strecke zu bleiben: Christian und Grit Müller mit ihren Söhnen Max und Sam sowie Sandra Meyer mit Sohn Elias (v.l.). Quelle: Jörn Graue
Velpke

Eltern in Velpke und Umgebung befürchten eine massive Verschlechterung der kinderärztlichen Versorgung. Ende September wird Kinderarzt Thomas Krischke seine Praxis in Meinkot aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Ein Nachfolger ist bislang nicht in Sicht. Mit Hochdruck suchen betroffene Eltern jetzt nach Alternativen für ihren Nachwuchs, was sich überaus schwierig gestaltet.

„Ob wir versorgt sind oder nicht, interessiert keinen“, findet Grit Müller aus Velpke deutliche Worte. Die Mutter zweier Söhne im Alter von sieben Jahren und sechs Monaten wünscht sich einen Kinderarzt als festen Ansprechpartner für ihren Nachwuchs. Hinzu kommt: „Der kleine Sam hat ein unreifes Atemmuster und bekommt Atemaussetzer“, sagt die 37-Jährige. Zwar sei der Junge derzeit mit Medikamenten eingestellt, dennoch sei eine kinderärztliche Betreuung notwendig.

Wolfsburger Ärzte nehmen nicht mehr an

Von drei Wolfsburger Kinderarztpraxen hätte es Absagen gegeben. „Wir sind voll und nehmen keine weiteren Kinder auf“, hatte die Mutter ein ums andere Mal zu hören bekommen. Nicht viel anders erging es Freundin Sandra Meyer für ihren siebenjährigen Sohn Elias. Bei fünf Praxen hieß es der 43-Jährigen zufolge, dass lediglich Säuglinge neu aufgenommen würden.

Kreis Helmstedt als ganzer steht allerdings gut da

Im Landkreis Helmstedt wiederum gibt es derzeit fünf Kinderärzte. Laut Stefan Hofmann, Geschäftsführer der Bezirksstelle Braunschweig der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), liegt der Versorgungsgrad damit bei 152,6 Prozent „mit der Folge, dass wegen Überversorgung Zulassungsbeschränkungen angeordnet wurden“. Hofmann bestätigt, dass ohne einen Nachfolger für Kinderarzt Krischke der Kassensitz wegfallen würde, der Landkreis mit etwa 130 Prozent aber auch dann noch überversorgt sei. Dennoch würden vielerorts Versorgungsengpässe bestehen.

Er rät Eltern, sich bei Bedarf unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 116117 an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst oder niedergelassene Hausärzte zu wenden.

Von Jörn Graue

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