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Jalal Daoud: Vom Flüchtling zum Feuerwehrmann

Lehre-Flechtorf Jalal Daoud: Vom Flüchtling zum Feuerwehrmann

Flechtorf. Den Feuerwehren auf dem Land fehlt der Nachwuchs. Könnten Flüchtlinge das Problem lösen? Die Feuerwehr in Flechtorf hat es vorgemacht. Hier gehört seit kurzem Jalal Daoud aus dem Sudan zum Team (WAZ berichtete). Mittlerweile ist klar, das Experiment ist gelungen.

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Mit Spaß und Engagement bei der Sache: Dass Jalal Daoud erst seit kurzem bei der Freiwilligen Feuerwehr ist, merkt man dem 31-Jährigen nicht an.

Quelle: dpa (Sebastian Gollnow)

Das Visier seines Helms hat Jalal Daoud ins Gesicht gezogen. Schnell breitet er eine große gelbe Plastikplane auf der Wiese aus, holt Schere und Rettungsspreizer aus dem Wagen. Hand in Hand arbeitet er bei der Übung mit den anderen Feuerwehrleuten zusammen. Dass der 31-Jährige bis vor kurzem keine Feuermelder kannte und dass er manchmal die deutschen Wörter nicht versteht - all das merkt niemand, der Daoud bei der Arbeit zuschaut.

Vor acht Jahren flüchtete Daoud aus dem Sudan. Über Lybien, und die italeinische Insel Lampedusa endete seine Odyssee schließlich in Flechtorf, wo er in einer Gastfamilie lebt. Die Feuerwehrleute fallen ihm hier schnell auf. Mit Hilfe seiner Gastmutter nimmt er Kontakt auf. Im Februar beginnt Daoud mit der Grundausbildung, im Mai fährt er bereits seinen ersten Einsatz bei einem Verkehrsunfall. „Ich war nervös, aber es hat gut geklappt“, erzählt er. Die Sprache fällt ihm manchmal noch schwer. Was ihm dagegen leicht fällt, ist die Arbeit. „Arbeit ist gut. Da ist nichts schwer dran“, sagt er. Zwei Jahre nach seiner Ankunft zählt der 31-Jährige zu den 30 aktiven Feuerwehrmitglieder in Flechtorf. Die Jugendabteilung hier gilt mit 40 Nachwuchskräften als die größte im Landkreis.

Der Personalmangel bei den Freiwilligen Feuerwehren ist auch in Flechtorf spürbar. Für Ortsbrandmeister Ralf Sprang ein Grund mehr, es mit Daoud zu versuchen und so ein neues Mitglied zu gewinnen. Heute sagt er: „Das würde ich jederzeit wieder so machen. Da sehe ich für uns keine Obergrenze.“ Der Flechtorfer betont: „Berührungsängste gibt es nicht - auf beiden Seiten.“

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