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Velpke/Lehre Integrationskurse: Flüchtlingsunterstützer fordern mehr Individualität
Wolfsburg Velpke/Lehre Integrationskurse: Flüchtlingsunterstützer fordern mehr Individualität
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18:13 21.12.2017
Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache und Kultur: (v.l.) Furat Mulla Isa, Ank Leuschner-Canters, Issak Tekle, Eden Asefa und Joachim Leuschner.  Quelle: Jörn Graue
Velpke

Um Misserfolge zu vermeiden, könnte die Einrichtung von Kursen mit annähernd gleichen Leistungsvoraussetzungen der Teilnehmer helfen.

 In Integrationskursen sollen Flüchtlinge neben der deutschen Sprache auch lernen, sich im Alltag zurecht zu finden. Das Stoffpensum ist umfangreich und das Tempo oftmals hoch. Die Flüchtlingsunterstützer Ank Leuschner-Canters und Joachim Leuschner aus Velpke fordern, dass die persönlichen Voraussetzungen der Menschen bei der Gruppenzusammenstellung größeres Gewicht bekommen.

Der 22-jährige Syrer Furat Mulla bestand alle sechs Stufen des Sprachtests als zentralen Bestandteil des Integrationskurses an der Kreisvolkshochschule Helmstedt auf Anhieb. Beim Sprechen ist dem jungen Mann aus der Provinz Al-Hasaka, der dort vier Semester Bauingenieurwesen studiert hat, nicht anzumerken, dass er erst seit Frühjahr 2016 in Deutschland lebt. „Ich interessiere mich für ein Medizinstudium in Deutschland“, sagt er. „Furat ist Autodidakt“, sagt Ank Leuschner-Canters mit Blick auf die Schnelligkeit des Syrers, sich Kenntnisse in deutscher Sprache und Kultur anzueignen.

Dagegen haben Issak Tekle (22) und Eden Asefa (33), die aus Eritrea kommen, die Abschlussprüfung nicht geschafft. „Das Sprechen ist kein Problem, aber das Ordnen der Gedanken beim Schreiben eines Briefes fällt mir schwer“, so die junge Frau, die in ihrem Heimatland nur fünf Jahre zur Schule gehen konnte.

Ank Leuschner-Canters zeigt eine Aufgabe, darin ist die Abkürzung MwSt enthalten: „Es kostet viel Zeit, den Menschen die einzelnen Wörter und Bedeutungen in Mehrwertsteuer zu erklären.“ Zusammen mit Ehemann Joachim unterstützt die Velpkerin seit 2014 Flüchtlinge und leistet Vorarbeit für die Integrationskurse. Beide fordern, dass die Gruppen nach den persönlichen Voraussetzungen gebildet werden, um Misserfolge zu vermeiden.

„Die inhaltlichen Vorgaben kommen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, und wir sollen den Menschen möglichst schnell einen Platz anbieten“, so Dietmar Reinert, Direktor der Kreisvolkshochschule Helmstedt, zum begrenzten Einfluss. Er verweist auf Vorkurse für ungeübte Lernende vor dem Integrationskurs und Angebote mit dem Titel „Deutsch im Beruf“.

Von Jörn Graue

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