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Heiligabend auf dem Bauernhof

Grafhorst Heiligabend auf dem Bauernhof

Tiere sind für die biblische Weihnachtsgeschichte von großer Bedeutung. Wie der Alltag auf einem Bauernhof mit 75 Milchkühen und ebenso vielen Jungtieren am Heiligen Abend aussieht, erfuhr die WAZ in Grafhorst. Ein Besuch im Kuhstall.

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Mit Kopfbedeckung: Geduldig lässt sich das Kälbchen von den Schwestern Stina (l.) und Svea Koschnick die WAZ-Weihnachtsmütze aufsetzen.

Quelle: Roland Hermstein

Grafhorst. Besinnliche Stunden im Kreise lieber Menschen, ein Besuch im Krippenspiel und gutes Essen: Was für viele Menschen untrennbar mit Weihnachten verbunden ist, gilt auch für die Landwirtsfamilien Perlberg und Koschnick aus Grafhorst. Dabei haben Tiere und Futterkrippe aus der biblischen Weihnachtsgeschichte eine ganz besondere Bedeutung. Zu dem Bauernhof an der Wahrstedter Straße gehören 75 Milchkühe und ebenso viele Jungtiere, die auch während des Christfestes zu versorgen sind.

Die Geburten von Kälbchen gehören zum Alltag in dem landwirtschaftlichen Betrieb, den die 37-jährige Anske Koschnick führt. Im vergangenen Jahr kam sogar am Heiligen Abend tierischer Nachwuchs zur Welt. „Das Kälbchen haben wir dann Jesus genannt“, berichtet die studierte Agrarwissenschaftlerin und Mutter zweier Töchter. „In den ersten Wochen gibt es für die Kälber Muttermilch“, weiß die siebenjährige Svea Koschnick. Auch die Eltern von Anske Koschnick, Gaby und Henning Perlberg, sind gestandene Landwirte. Für alle gilt: Die Tiere stehen immer im Vordergrund, 365 Tage im Jahr.

Die Handgriffe sitzen

Die Handgriffe sitzen: Zwei Mal täglich treffen Anske Koschnick und Vater Henning Perlberg die nötigen Vorbereitungen fürs Melken.

Quelle: Roland Hermstein

Auch am heutigen Weihnachts-Sonntag geht es früh los. Um 5.30 Uhr werden zunächst die Kälber gefüttert, dann geht es in den gerade fertig hergerichteten Stall in Wassensdorf zum Melken. Dies dauert für die 75 Kühe etwa zwei Stunden, jeweils 16 können gleichzeitig an den so genannten Doppelachterfischgreten-Melkstand. „Etwa 1300 Liter Milch geben die Tiere täglich“, weiß Anske Koschnick.

Der Umgang mit Tieren und die eigene Verantwortung für Erfolge und Misserfolge seien für sie ausschlaggebend gewesen, in die Landwirtschaft einzusteigen. Besonderes Futter gibt es für die Kühe an Weihnachten nicht. „Allerdings lieben Kühe Kartoffeln“, berichtet Mutter Gaby Perlberg. Zusätzlich zur Milchviehhaltung baut die Familie auf 120 Hektar Ackerfläche Getreide, Zuckerrüben und Silomais an.

Drei Generationen im Kuhstall

Drei Generationen im Kuhstall: (v.l.) Svea Koschnick, Gaby Perlberg, Anske Koschnick und Stina Koschnick.

Quelle: Roland Hermstein

Der zweite Melk-Durchgang steht dann eigentlich gegen 16 Uhr an. „Aber damit wir ins Krippenspiel gehen können, melken wir wohl schon etwas früher“, berichtet Anske Koschnick. Statt eines Festtagsbratens kommt am Heiligen Abend bei ihrer Familie ein Fischauflauf auf den Tisch. Die obligatorische Weihnachtsgans und Besuch von der Verwandtschaft sind für den ersten Feiertag geplant.

Von Jörn Graue

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