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„Die Pflege ist eine riesige Baustelle“

Sozialministerin Cornelia Rundt in Velpke „Die Pflege ist eine riesige Baustelle“

Rosig sieht es in der Pflege derzeit nicht aus. Ob Bezahlung, Fachkräftemangel oder Personalschlüssel- An vielen Stellen ist die Politik gefordert.

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Stippvisite in Velpke: Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt besuchte das DRK-Seniorenpflegeheim Paul-Wilhelm-Kraul-Haus.

Quelle: Gero Gerewitz

Velpke. Manchmal hilft wohl nur schonungslose Offenheit. „Die Pflege ist eine riesige Baustelle“, sagte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) bei einer Diskussionsrunde zum Thema Pflege im ländlichen Raum im Velpker DRK-Seniorenpflegeheim Paul-Wilhelm-Kraul-Haus. Etwa 20 Zuhörer waren am Montagabend der Einladung des Helmstedter SPD-Landtagsabgeordneten Jörn Domeier gefolgt.

Dass ungelernte Kräfte am Band häufig mehr verdienen würden als examinierte Pflegekräfte, sei ein gesellschaftliches Ungleichgewicht, betonte die Ministerin. Wichtig seien Tarifverträge: „Dann erfolgt der Wettbewerb nicht über Personalkosten, sondern über Qualität in der Pflege.“ Die Sozialdemokratin verschwieg auch nicht, dass in der Pflege in Niedersachsen im Ländervergleich am schlechtesten bezahlt würde, der Personalschlüssel relativ schlecht sei und es an Fachkräften auf dem Land fehle.

„Wir befinden uns in einer gefährlichen Phase, wir haben den Personalschlüssel seit Jahrzehnten nicht angepasst“, sagte Zuhörerin Karin Siemann aus Grasleben. Ministerin Rundt brachte neben einer höheren Bezahlung und allgemein besseren Rahmenbedingungen auch eine Betriebstagespflege ins Spiel. Vergleichbar mit der Kinderbetreuung könnten Betriebe laut Rundt die Möglichkeit schaffen, dass Angehörige dort ihre pflegebedürftigen Eltern betreuen lassen könnten. Das setze ein entsprechendes Verantwortungsgefühl bei den Arbeitgebern voraus.

Gut einstündige Diskussionsrunde

Gut einstündige Diskussionsrunde: Die 20 Zuhörer erfuhren, dass die Arbeit in Pflegeberufen in Niedersachsen vergleichsweise schlecht entlohnt wird.

Quelle: Gero Gerewitz

„Pflege geht uns früher oder später alle an und braucht einen deutlich höheren gesellschaftlichen Stellenwert“, sagte SPD-Bundestagskandidat Falko Mohrs. Derweil wollte SPD-Landtagskandidat Jörn Domeier wissen, inwieweit sich Dokumentationspflichten bei der Pflege digitalisieren ließen. Da laufe schon eine Menge, so Rundt, und verwies darauf, dass gerade in der Pflege der Mensch nur begrenzt durch Technik ersetzbar sei.

Zuvor hatte sich Cornelia Rundt das Seniorenpflegeheim im Beisein von Christian Schmidt, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Helmstedt, angesehen: „Ein wunderschönes Haus“, so die Sozialdemokratin.

Von Jörn Graue

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