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Stadt Wolfsburg Zu Gast im jüngsten Altenheim Wolfsburgs
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Zu Gast im jüngsten Altenheim Wolfsburgs
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00:02 15.06.2018
Das Seniorenzentrum Bertha-von-Suttner wurde im Spätsommer 2016 eröffnet. Quelle: Britta Schulze
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Kerksiek

Das Senioren- und Begegnungszentrum Bertha-von-Suttner im Ehmener Kerksiek ist das jüngste Altenheim der Diakonie Wolfsburg. Leiter Torsten Juch ermöglichte der WAZ einen Blick hinter die Kulissen.

Hell und offen präsentieren sich die Zimmer und Gemeinschaftsräume in den drei Wohnbereichen. In den Flügeln des Hauses befinden sich die Privaträume, in der Mitte jeder Etage ein Gemeinschaftsbereich mit offener Teeküche. Hier wird gegessen, gespielt oder gequatscht – wie früher in der Diele alter Bauernhäuser.

Es gibt eine Kaminecke im Erdgeschoss, einen Billardtisch, Fernsehräume mit Balkonen für Raucher und Sofas oder Sessel in vielen Ecken. „Die Möbel stammen zum Teil noch aus dem alten Elisabeth-Heim“, erklärt Torsten Juch. Viele der 90 Bewohner auch.

Eisenbahnfreund: Friedrich Wilhelm Schade hat sein Hobby mit ins Seniorenheim gebracht. Quelle: Britta Schulze

Einige wollen zurück in die Innenstadt, wenn dort der Abriss beendet und der neue Trakt fertig ist. Sie vermissen unter anderem die nahe Einkaufsmeile. Anderen gefällt es gut im Neubaugebiet neben der Kerken-Kita.

Hier bleibt auch Platz für Individualität. Friedrich Wilhelm Schade stellte früher zu Weihnachten oft seine Modelleisenbahn im Möbelhaus Buhl im Heinenkamp aus. Jetzt stehen einige Loks auf Regalen und in Setzkästen in seinem Zimmer. „Ich bin nie allein – meine Enkel und Urenkel kommen laufend zu Besuch“, erzählt er und ergänzt: „In Mörse hatte ich 50 Jahre lang einen Kleingarten.“ Heute besuchte er mit seinem Elektrofahrzeug die Gärten seiner Kinder.

Zuhause im Kerksiek: Della David, examinierte Altenpflegerin, mit Bewohnerin Annaliese Frisch, 91. Quelle: Britta Schulze

Die Ruhe im Zimmer schätzt Annaliese Frisch. Die 91-Jährige entschloss sich im März 2017, ihre Wohnung in der Heinrich-Heine-Straße aufzugeben. Sie sagt: „Ich fühle mich wohl. Hilfe brauche ich nur beim Duschen, sonst stören die mich nicht. Und wenn mir etwas nicht passt, dann sage ich das.“ Im Heim überlässt ihr ein Tischnachbar nach dem Mittag oft seine Zeitung oder sie löst Kreuzworträtsel.

Offene Küche: Die Auszubildende Rowena Reymundo bereitet alles für den Nachmittags-Kaffee vor. Quelle: Britta Schulze

Täglich gibt’s Angebote der Alltagshelferinnen. Nelly Brandt lädt diesmal zur Schlagerparty im Fernsehraum ein. Musik weckt Erinnerungen. Nebenan stellt die Auszubildende Rowena Reymundo derweil Kaffee und Tee bereit. Die frisch examinierte Altenpflegerin Della David hilft einigen, die nicht gut zu Fuß sind.

Im Fernsehraum: Alltagsbegleiterin Nelly Brandt bringt manchmal Filme mit oder lädt zum Schlagernachmittag ein. Quelle: Britta Schulze

Della David kam 2015 aus Südindien nach Deutschland. „Ich habe dort Krankenschwester studiert“, erzählt sie. Eine Tante lebe seit 30 Jahren in der Schweiz, die habe ihr gesagt, sie solle doch mal ausprobieren, ob es ihr in Deutschland gefällt. Das tut es. Weil es hier Schnee gibt. Und Heime für Senioren. „In Indien werden die Alten zu Hause gepflegt, da gibt es oft keinen Platz“, erzählt sie.

Medikamentenausgabe: Della David, examinierte Altenpflegerin, kam 2015 aus Indien nach Deutschland und schätzt die Einrichtungen für Senioren in Deutschland sehr. Quelle: Britta Schulze

Im Bertha-von-Suttner-Zentrum gibt’s viel Platz – sogar fünf XXL-Zimmer mit extra breiten Stühlen und starken Motoren in den Pflegebetten für Bewohner mit Gewichtsproblemen. Bisher halte sich der konkrete Bedarf in Grenzen, sagt Torsten Juch. Komplett belegt sei das Heim trotzdem.

Im Foyer: Heim-Kater Paulchen von Suttner mit Heimleiter Torsten Juch am Aquarium. Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Auch für Tiere ist Platz: Den getigerten Kater, der im Friseursalon des Heims Futter, Wasser und ein Katzenklo findet, haben die Bewohner Paulchen von Suttner getauft. Im Aquarium im Foyer schwimmen 229 Fische – der Herr Schade hat sie beim Füttern gezählt. Der Mieter von einer der vier separaten Seniorenwohnungen besitzt einen Hund und eine Frau im Pflegebereich Wellensittiche. „Solange Bewohner ihre Tiere selbst versorgen können, ist das kein Problem“, so Juch.

Von Andrea Müller-Kudelka

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