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Zinsflaute: Sparkasse erhöht Gebühren für Geschäftskunden

Geschäftsmann sauer Zinsflaute: Sparkasse erhöht Gebühren für Geschäftskunden

Jetzt schlägt die Zinsflaute voll nach unten durch: Die Sparkasse erhöht zum 1. September die Gebühren für ihre Geschäftskonten, teils drastisch. Ein Geschäftsmann rechnete der WAZ vor, dass er künftig mit 3000 Euro im Jahr rechnen müsse – das 25-fache der bisherigen Gebühr.

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Jetzt bekommen Geschäftskunden die Folgen der Niedrigzinsen zu spüren: Die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg dreht an der Gebührenschraube

Quelle: Archiv

Wolfsburg. Die Sparkasse begründet die Maßnahme mit hohen Kosten, die gedeckt werden müssten.

Helge Hagedorn ist gelernter Bankkaufmann und kümmert sich um die Finanzen in den vier Apotheken seiner Frau. Das Geschäftskonto bei der Sparkasse koste bislang 120 Euro im Jahr – „hochgerechnet werden daraus 3000 Euro“, schimpft Hagedorn. Die Anhebung der Grundgebühr sei dabei nicht das Entscheidende, ebenso dass für Bareinzahlungen am Automaten und Online-Überweisungen (Hagedorn: „Obwohl das keinerlei Personalkosten verursacht“) künftig Gebühren fällig werden. Volles Pfund aber: Das Abholen von Münzrollen mit Kleingeld, das so gut wie alle Geschäfte brauchen, kostet künftig Geld: 50 Cent pro Rolle in Wolfsburg, 25 Cent im Technischen Zentrum der Sparkasse in Gifhorn. In den vier Apotheken seiner Frau gehe es um mehrere Tausend Rollen pro Jahr, Folge: „Wir denken über einen Wechsel nach. Woanders bekomme ich das weiter umsonst.“

Hintergrund: Aufgrund der Niedrigzinspolitik können Banken im Grunde keine Zinsen mehr erwirtschaften, müssen sogar Strafzinsen zahlen. Um das aufzufangen, wird vielerorts an der Gebührenschraube gedreht. Die Gebühren für Münzrollen begründet Sparkassen-Sprecherin Alexa von der Brelje so: „Das Bargeldgeschäft ist eine arbeits- und kostenintensive Dienstleistung, die für die Sparkasse seit vielen Jahren nicht kostendeckend ist. Der Umgang mit Münzrollen ist mit sehr hohen Logistik- und Personalaufwendungen verbunden.“ Die „kontinuierlich gestiegenen Kosten“ gibt das Institut nun an seine Kunden weiter – zunächst an die knapp 6000 Geschäftskunden. Unterm Strich, so Alexa von der Brelje, sehe man die eigenen Konditionen weiter als „fair und wettbewerbsfähig“ an.

Von Ulrich Franke

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