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Stadt Wolfsburg Wolfsburgerin flog mit der „Landshut“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburgerin flog mit der „Landshut“
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00:16 23.01.2016
Gabi Dillmann beim Empfang mit Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski und Bundeskanzler Helmut Schmidt. Quelle: Foto: Archiv
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„Im Klinikum gibt es noch Aufzeichnungen über mich“, sagt Gabriele von Lutzau. Aber sie lebte nur drei Wochen in Wolfsburg, dann ging die Familie nach Frankfurt. Dort und in Michelstadt im Odenwald lebt die ehemalige Stewardess, die seit vielen Jahren erfolgreich als Künstlerin arbeitet. „In Wolfsburg war ich danach nie wieder“, räumt Gabriele von Lutzau ein. Es habe nie einen Grund dafür gegeben. Dabei sei es wichtig, zu den Wurzeln zurückzukehren, weiß die Bildhauerin. Vielleicht wäre ihre Kunst ein Grund, einmal in ihre Geburtsstadt zu kommen.

Etwas verbindet sie aber mit Wolfsburg: „Ich fahre aus Solidarität Volkswagen“. Das erste Auto war ein Karmann Ghia, jetzt ist es ein Sharan. Außerdem ist das Foto ihres Wikipedia-Eintrags vom Wolfsburger Fotografen Stuart Mentiply.

Zur Kunst kam sie nach der Geburt ihres Sohnes. „Was taten frustrierte Frauen in den 70er Jahren - sie belegten einen Töpferkurs“, erzählt von Lutzau schmunzelnd. Den Job als Stewardess hängte sie an den Nagel, es ging nach der Entführung nicht mehr. In dem Töpferkursus entdeckte sie die drei Dimensionen - und war begeistert. Einen Topf oder ein anderes Gefäß töpferte sie nie. Dafür begann sie, Skulpturen aus schwerem Holz zu schaffen. Dafür benutzt sie Kettensägen oder auch Flammenwerfer. „Ich will etwas freilegen, das aus dem Holzstück heraus will“, erklärt die Künstlerin. So entstanden bis zu drei Meter hohe Skulpturen. Die Botschaft ist immer gleich: Überleben und Leben. Das gilt auch für ihre Arbeit „Utöya“, die nach den Anschlägen im norwegischen Utöya entstand.

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Zur Person

Während der gesamten Entführung der „Landshut“ war Gabriele von Lutzau, damals unter ihrem Mädchennamen Gabriele Dillmann, den Passagieren eine große Stütze. Die Boulevardpresse nannte sie später den „Engel von Mogadischu“. Für ihre Verdienste erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Mehrfach hatte sich die damals 23-jährige Stewardess zwischen Passagiere und Terroristen gestellt. Sie versuchte, die bewaffneten und aggressiven Palästinenser zu beschwichtigen, verteidigte gegenüber den Terroristen sogar das Verhalten eines offenbar alzheimerkranken Mannes. Die Tränen kamen ihr, als Pilot Jürgen Schumann erschossen wurde.

Die Entführung der Landshut findet sich in zwei Verfilmungen wieder. 1997 hat sie eine zentrale Rolle in dem zweiteiligen Drama „Todesspiel“. Ausschließlich mit der Entführung beschäftigt sich der ARD-Film „Mogadischu“ von 2008. Dabei spielt Thomas Kretschmann den Kapitän Jürgen Schumann, die Rolle der Stewardess Gabriele Dillmann übernimmt Nadja Uhl.

kn

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