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Wolfsburger zu Weihnachten auf dem Kriegsschiff

Einsatz vor Libyen Wolfsburger zu Weihnachten auf dem Kriegsschiff

Der gebürtige Wolfsburger Christian Schultze ist Kommandant der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“. Im Interview erklärt er, wie für die 220 Personen starke Mannschaft auch vor der libyschen Küste Weihnachtsstimmung aufkommt.

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Weihnachten auf dem Kriegsschiff: Der Wolfsburger Kommandant Christian Schultze sorgt für möglichst festliche Stimmung.

Quelle: dpa

Mittelmeer. Kann auf einem Kriegsschiff vor der Küste Libyens Weihnachtsstimmung aufkommen? Die mehr als 220 deutschen Soldaten auf der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ haben dafür zumindest alle Vorbereitungen getroffen. Deutschland stellt das Schiff für den EU-Einsatz „Sophia“ gegen Schleuserkriminalität und zur Seenotrettung im Mittelmeer. Ihr Kommandant ist ein Wolfsburger: der 44 Jahre alte Christian Schultze. Ihn interviewte die Deutsche Presse-Agentur.

Herr Fregattenkapitän, Sie und ihre Besatzung verbringen Weihnachten mehr als 2000 Kilometer entfernt von der Heimat auf dem Mittelmeer. Der Weihnachtsbaum wird fehlen, oder?

Sie werden es nicht glauben, aber wir haben auf dem Schiff Weihnachtsbäume. Jede Messe, also jeder Gemeinschaftsraum, hat einen. Zudem steht einer auf dem Flugdeck. Insgesamt sind es fünf.

Woher bekommt man denn auf dem Mittelmeer Weihnachtsbäume?

Die hat uns unser Patenland Mecklenburg-Vorpommern geschickt. Als wir vor kurzem einen Hafenaufenthalt in Cagliari auf Sardinien hatten, haben wir sie an Bord genommen.

Aber kann auf einem Kriegsschiff wirklich Weihnachtsatmosphäre aufkommen?

Das ist zumindest das Ziel. Für Heiligabend hat der eingeschiffte Militärpfarrer zusammen mit 25 Soldatinnen und Soldaten ein Krippenspiel organisiert, es gibt einen Weihnachtsgottesdienst und dann sogar noch eine Christmette. Am 25. haben wir ein Gemeinschaftsevent im Hangar geplant. Wenn nichts dazwischen kommt, wollen wir uns da die Helene-Fischer-Show anschauen und gemeinsam Spaß haben. Und natürlich gibt es gutes Essen – Heiligabend zum Beispiel Gänsebrust mit Orangensauce, Rosenkohl und Schupfnudeln.

Was war bislang der emotionalste Moment an Bord?

Unter den Menschen, die wir kürzlich gerettet haben, war eine hochschwangere Frau, die dann an Bord eine Spontangeburt hatte. Maverloy hat die Mutter den kleinen Jungen genannt. Das soll so viel bedeuten wie „Gott ist großartig“. 2450 Gramm war er schwer und 51 Zentimeter lang. Das ist eine Sache, die mir immer in Erinnerung bleiben wird. In solchen Momenten herrscht immer eine himmelhochjauchzende Freude an Bord. Und die hat sich dann wie ein Lauffeuer durch die gesamte Besatzung verbreitet.

Und was war bislang die militärisch heikelste Situation?

Das war ein Zwischenfall am 1. November. Wir hatten gerade einen Rettungseinsatz absolviert, als ein Küstenwachboot der Libyer auf ein Schlauchboot mit meinen Leuten zugefahren ist und nicht auf Warnungen über Funk reagiert hat. Ich habe die Fregatte dann als Schutz dazwischengefahren. Die Libyer sind daraufhin abgedreht, haben aber noch ins Wasser geschossen.

Gab es von libyscher Seite später eine Erklärung?

Die libysche Regierung hat sich offiziell entschuldigt.

Zur Person

Der gebürtige Wolfsburger Christian Schultze (44) kam 1994 zur Marine. Nach der Offiziersausbildung und einem Politikstudium an der Bundeswehruniversität in Hamburg fuhr er zunächst auf den Fregatten „Lübeck“, „Augsburg“ und „Bremen“ zur See und arbeitete an der Führungsakademie und im Marineamt in Rostock. 2015 wurde er zum Kommandanten der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ ernannt.

Von der Redaktion

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