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Stadt Wolfsburg Wolfsburger springt dem Tod zweimal von der Schippe
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburger springt dem Tod zweimal von der Schippe
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06:00 05.10.2018
Trügerische Stille: Guido Appel steht auf dem Mount Merati – wenig später spuckte der Vulkan Asche kilometerweit in den Himmel. Quelle: privat
Vorsfelde

Zweimal schon hatte der Vorsfelder Guido Appel (39) mit seinem Leben abgeschlossen. Hatte den sicheren Tod vor Augen. Er überlebte zweimal wie durch ein Wunder. Was machen solche Erfahrungen mit einem Menschen? „Man wird gelassener“, sagt der Sport- und Mathematiklehrer an der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule. „Und lebt jeden Tag viel bewusster.“

Guido Appel: Der Vorsfelder überlebte einen schweren Fahrradunfall und einen Vulkanausbruch. Quelle: privat

Fahrrad-Unfall nach dem WM-Finale 2014

Im Sommer 2014 blickte Appel noch aus einer anderen, leichteren Perspektive aufs Leben. Nach dem Finale der Fußball-WM 2014, als Mario Götze Deutschland zum Titel schoss, wollte Guido Appel mit seinem Fahrrad nach Hause fahren. Doch im Allerpark passierte es: Er stürzte und erlitt schwere Kopfverletzungen. „Ich konnte gerade noch einen Notruf absetzen“, berichtet er. „Dann war ich weg.“ Zwei Stunden lang hätte der Notarzt gebraucht, um ihn ins Krankenhaus transportieren zu können. „In der Zeit hatte ich mit meinem Leben abgeschlossen. Ich dachte nur, das hier überlebe ich nicht...es war eine Nahtoderfahrung.“

Ein Jahr braucht er für die Regeneration

Sechs Wochen verbringt er in Krankenhäusern in Wolfsburg und Braunschweig. Ein Jahr braucht er für die Regeneration und die Wiedereingliederung in seinen Job. „Es sind zum Glück keine bleibenden Schäden zurückgeblieben“, betont er. „Familie und Freunde haben mich toll unterstützt denen bin ich sehr dankbar.“ Trotzdem hinterlassen diese Erfahrungen einen bleibenden Eindruck beim leidenschaftlichen Sportler: „Ich wollte das Leben genießen, Zeit für mich haben und schöne Sachen machen“, sagt er.

Guido Appel Weltreise Vullkanausbruch Vorsfelde Quelle: privat

„Ich wollte eine einjährige Weltreise machen.“Die macht er auch. Fliegt im Juli 2017 zu Freunden nach Kanada und nimmt nur seinen 60-Liter-Rucksack mit. Über Nord- und Südamerika, Neuseeland und Australien landet er in Asien. „Ich hatte allein 31 Flüge in 19 Ländern.“ Vor allem aber bewegte er sich: Auf Wellen surfen, tauchen, mit Mountainbike Berge hochfahren, wandern, Kajak fahren. „Oft blieb ich nur zwei oder drei Tage an einem Ort.“ Über die zahlreichen Abenteuer und Erlebnisse in unterschiedlichen Kulturen berichtete er in seinem Blog app-trip.de. So kam er im Mai nach Indonesien. Und wollte mit einer Freundin einen spektakulären Sonnenaufgang erleben. „Kurz nach Mitternacht wanderten wir den Mount Merapi hoch und sahen tatsächlich einen atemberaubenden Sonnenaufgang“, schwärmt Appel. Doch dann vibrierte plötzlich der ganze Berg, „der Berg ging hoch wie eine Rakete“, berichtet Appel. Rund 500 Meter vom Kraterrand entfernt, brach der Vulkan aus, die Aschesäule schoss sechs Kilometer hoch gerade in den blauen Himmel. „Ohne Vorwarnung. Wir sind um unser Leben gerannt. Ich hatte Panik. Ich habe nicht geglaubt, dass wir da lebend rauskommen...“ Sogar eine Abschieds-SMS an seine Eltern habe er geschrieben.

Der Wind trieb den Ascheregen in die andere Richtung

Doch er hatte wieder unglaubliches Glück: Der Wind stand günstig, der Ascheregen ging woanders runter. „Zwei Stunden lang kletterten wir auf allen Vieren den Berg hinunter“, sagt Appel. „Dann wurden wir evakuiert.“ Er beschloss: „Ich fliege nach Hause.“ Jetzt, knapp vier Monate später, verläuft sein Leben wieder in ruhigeren Bahnen. „Ich finde es schön, wieder zuhause zu sein. Zumal ich jetzt Freunde in aller Welt habe und mit ihnen permanent in Kontakt stehe.“ Pläne schmiedet er erst mal nicht: „Ich lebe im Hier und Jetzt...“ Denn schon im nächsten Moment könnte alles vorbei sein.

Von Carsten Bischof

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