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Wolfsburger fordern Freiheit für Deniz Yücel

#FreeDeniz Wolfsburger fordern Freiheit für Deniz Yücel

Was in Deutschland wohl undenkbar ist, ist in der Türkei Realität: Ein Journalist sitzt seit einem Jahr ohne Anklage im Gefängnis. Auch viele Wolfsburger fordern: #FreeDeniz!

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Deniz Yücel: Seit einem Jahr ohne Anklage in Haft.
 

Quelle: dpa

Wolfsburg.  Deniz Yücel sitzt seit einem Jahr in der Türkei im Gefängnis: Gegen den deutsch-türkischen Journalisten, der seit dem 14. Februar 2017 in Istanbul unter dem Vorwurf der „Terrorpropaganda“ und „Volksverhetzung“ in Haft sitzt, ist bis heute keine Anklage erhoben worden. Ein Jahr nach der Festnahme von Deniz Yücel wenden sich nun zahlreiche Prominente für seine Freilassung aus türkischer Haft an die Öffentlichkeit – auch viele Wolfsburger schließen sich dieser Forderung an. 

Matthias Klingebiel (Musiker und Komponist): „Als Musiker möchte ich dazu den österreichischen Liedermacher Georg Danzer zitieren: Die Freiheit ist ein wundersames Tier, und manche Menschen haben Angst vor ihr. Doch hinter Gitterstäben geht sie ein, enn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein. In diesem Sinne: Deniz Yücel muss frei kommen!“

Ralf Beil (Direktor Kunstmuseum Wolfsburg): „Deniz Yücel steht gerade mit seinem streitbaren, oft polarisierenden Journalismus für die Pressefreiheit in unserem Land. Umso wichtiger, dass die Bundesrepublik Deutschland alles Notwendige unternimmt, um ihn aus der türkischen Haft herauszuholen, damit er das tun kann, was sichtlich seine Berufung ist: mit Worten die Welt wahrnehmen und unsere Sichtweise auf Menschen und Dinge verändern.“

Tim Schumacher (Geschäftsführer der VfL Wolfsburg Fußball-GmbH): „Der VfL steht für Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie – eine freie Presse ist hierfür unabdingbar. Daher unterstützen wir die Initiative Free Deniz und setzen uns für die Freiheit von Information, Meinung, Wort und Kultur ein.“

Sven Knipphals (Leichtathlet des VfL Wolfsburg): „Ich halte es pauschal für das einzig sinnvolle Mittel zu kommunizieren. Da die Thematik Deniz Yücel hoch politisch ist und ich mir nicht anmaße, auch nur im geringsten die Komplexität dieses Sachverhalts zu durchblicken, will oder kann ich dazu nichts sagen. Aber ich denke dass die Kommunikation zwischen der Türkei und Deutschland weiter bestehen bleiben muss. Appeasement-Politik ist nicht immer die Lösung, aber im Einzelfall betrachtet die einzige Lösung für Herrn Yücel.“

Claudia Kayser (Leiterin Direktion Wolfsburg der Volksbank BraWo): „Die Verhaftung von Deniz Yücel und über 100 weiteren Journalisten hat mich sehr betroffen gemacht. Wie in Deutschland ist eigentlich auch in der Türkei die Presse- und Meinungsfreiheit per Verfassung garantiert. Am Beispiel der Türkei kann man sehen, wie nach dem Putschversuch 2016 dieses Recht ausgehöhlt wird und fortwährenden Eingriffen ausgesetzt ist. Mein Fazit daraus: Wir müssen dieses Recht als hohes Gut schützen, wahren und verteidigen, auch über unsere Grenzen hinaus, denn für eine Demokratie ist kritischer Journalismus wichtig und erfüllt als sogenannte Vierte Gewalt im Staat eine wichtige Funktion bei der Kontrolle der Staatsorgane und Wirtschaftsteilnehmer.“

Cinzia Rizzo (Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin): Die Inhaftierung von Deniz Yücel ist ungerecht und die Menschenrechtssituation in der Türkei ist sehr problematisch. Mit dem Thema Menschenrechte hat sich das Tanzende Theater gerade in einer Produktion auseinandergesetzt. Es ist unglaublich, dass für viele Menschen auf dieser Welt die Menschenrechte nicht gelten.“

Pia Zimmermann (Bundestagsabgeordnete Die Linke): „Es kann nicht sein, dass Journalisten nicht ihrem Beruf nachgehen können: Es gehört zu deren Arbeit, unterschiedliche Meinungen darzustellen und politische Ungerechtigkeiten aufzudecken, auch wenn das einigen Regierungen nicht gefällt. Deshalb darf ein Staat nicht in die Pressefreiheit eingreifen – und Deniz Yücel muss aus der Haft entlassen werden.“

Klaus Mohrs (Oberbürgermeister von Wolfsburg): „Es beunruhigt mich, dass demokratische Rechte wie Meinungsfreiheit vermehrt in Frage gestellt werden. Dass Journalistinnen und Journalisten wegen kritischer Berichterstattung ohne fairen Prozess ins Gefängnis kommen, ist ein Rückfall in vergangene Zeiten. Wir müssen alles dafür tun, unsere demokratischen Werte zu verteidigen!“

Angelika Jahns (CDU-Kreisvorsitzende in Wolfsburg): „Die Inhaftierung von Deniz Yücel stellt einen massiven Eingriff in die Pressefreiheit dar. Dies ist ein erster Schritt, freie Meinungsbildung zu unterdrücken. Dem Überwachungsstaat wird damit Tür und Tor geöffnet. Von demokratischem Handeln gegenüber seinen Bürgern ist man damit meilenweit entfernt.“

Immacolata Glosemeyer (SPD-Landtagsabgeordnete aus Wolfsburg): „Zu einer funktionierenden Demokratie gehört die Pressefreiheit ohne Wenn und Aber dazu! Wir dürfen nicht nachlassen, uns weiterhin für ein rechtsstaatliches Verfahren für Deniz Yücel einzusetzen.“

Dr. Ulrich Lincoln (Propst in Vorsfelde): „Zum einen geht es um den Menschen Deniz Yücel, der unter schwierigen Bedingungen in der Türkei im Gefängnis sitzt. Zum anderen geht es um die Pressefreiheit – einem zentralen Pfeiler der Demokratie. Ich hoffe, dass Deniz Yücel freigelassen wird und dieser Pfeiler der Demokratie erhalten bleibt.“

Ehme de Riese (Optiker): „Für wen von uns ist es heute überhaupt noch vorstellbar, seine Gedanken nicht mehr äußern zu dürfen, seinen Beruf nicht mehr ausüben zu dürfen und in Haft zu geraten, in der nach mehr als einem Jahr keine Anklage erhoben wird? Hier aufzustehen und sich solidarisch zu zeigen ist eine unserer wichtigsten Bürgerpflichten.“

Dirk Borth (WAZ-Chefredakteur): „Als Vertreter der Medien, also des Berufsstands von Deniz Yücel, macht mich die nun schon seit einem Jahr andauernde Inhaftierung des Journalisten-Kollegen in besonderer Weise betroffen. Die Presse- und die Meinungsfreiheit sind zentrale Standbeine unserer Demokratie. Wir alle müssen solange gemeinsam für Deniz Yücels Freiheit kämpfen, bis er wieder unter uns ist und uneingeschränkt seinem Beruf nachgehen kann. Free Deniz!“

Rainer Steinkamp (Theater-Intendant): „Es ist mit meinem Verständnis von Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechten und Pressefreiheit in keiner Weise vereinbar, dass Herr Yücel bis zum heutigen Tag in einer für mich dubiosen Weise in Untersuchungshaft festgehalten wird.“

Thomas Hoffmann (Dechant): „Pressefreiheit ist eine außerordentlich wichtige Errungenschaft. Sie garantiert einen Austausch von Informationen, Ideen, Ansichten und Perspektiven. Sie bewirkt, dass sich Menschen eine Meinung bilden können und miteinander um Positionen ringen. Sie steht für die Vielfalt des menschlichen Denkens und Empfindens. Sie ist unbedingt zu schützen.“

Von der Redaktion

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