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Promis zum Brexit: "Ein trauriger Tag!"

Wolfsburg Promis zum Brexit: "Ein trauriger Tag!"

Wolfsburg. Europa ist geschockt: Die Mehrheit der Briten stimmte für einen Austritt aus der EU. Prominente Wolfsburger bedauern die Entwicklung.

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Enttäuschte Brexit-Gegner in London: Auch in Wolfsburg ist das Bedauern über das Ja zum EU-Ausstieg der Briten groß.

Quelle: Rob Stothard

Klaus Mohrs bedauert den Bexit. „Der Handel mit Großbritannien könnte für deutsche und auch für Wolfsburger Firmen schwieriger werden“, so der Oberbürgermeister. Wolfsburg bleibe jedoch weiterhin gut vernetzt in der Welt - auf wirtschaftlicher genauso wie auf gesellschaftlicher Ebene.

„Eine Tendenz für das Ergebnis war vorhanden“, räumt Günter Lach ein. Trotzdem bedauert der CDU-Bundestagsabgeordnete das Votum der Briten: „Es ist ein trauriger Tag für Europa.“ Der Austritt sei bedenklich, weil er nationale Tendenzen auch in anderen Ländern stärke. Und: Lach befürchtet durch den EU-Austritt möglicherweise „negative Folgen für VW“.

Die wirtschaftliche Seite nimmt auch Wolfsburgs Volksbank-Direktorin Claudia Kayser in den Blick: „Durch den Austritt Großbritanniens verliert die EU 20 Prozent an Wirtschaftskraft, das sehe ich mit Sorge.“ Eine zentrale Frage sei nun, wie andere Länder auf den Brexit reagieren. Ein weiterer Punkt: „Die EU sichert auch den Frieden, doch durch den Austritt gehen der Gemeinschaft zehn Prozent ihrer Soldaten verloren“, so Kayser.

Die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg sieht durch die Entscheidung in Großbritannien keine Nachteile für ihre Kunden. „Es ergeben sich für unser Haus keine negativen Auswirkungen“, heißt es.

Folgen werde der Brexit haben, ist Matthias Lange , Chef von WKS und Einzelhandelsvorsitzender, überzeugt. „Aber die werden uns nicht umbringen.“ Und außerdem: „Was kann nach dem Abgas-Skandal bei Volkswagen noch passieren?“, so Lange.

Für Hartwig Erb , Erster Bevollmächtigter der IG Metall, ist die Entscheidung der Briten „eine Katastrophe“. Die Engländer seien schließlich Mütter und Väter der EU. Erb sieht schwere Zeiten auf die Wirtschaft zukommen. Und: „Volkswagen muss seine Preise auf dem europäischen Markt neu gestalten.“

Die Reisebranche profitiere vom bevorstehenden EU-Austritt der Briten, sagen Finanzexperten. Thorsten Siems , Derpart-Vertriebsleiter, rechnet in Wolfsburg aber nicht „mit einem Run auf englische Urlaubsziele“. Denn auch wenn die Reisen auf die Insel billiger werden, könnten sich im Gegenzug die Einreisebestimmungen verkomplizieren. Ein Reisepass, den viele nicht haben, statt Personalausweis, ist nötig - möglicherweise sogar ein Visum.

John Murdoch ist vom Nein der Briten zu Europa „überrascht und enttäuscht“. Der Schotte, der schon lange in Wolfsburg lebt, hat sich „immer als Teil von Europa gesehen“, und wäre es auch gern weiterhin. Deshalb ist der Theaterregisseur „glücklich“, dass Schottland weiter in der Europäischen Union bleiben möchte.

Der britischer EU-Austritt - das sei ein Thema für die Politik und nicht für die Kirche, findet Superintendentin Hanna Löhmannsröben . Für die Kirche sei es wichtig, darauf zu achten, dass die Politik sich um Menschen, die an den Rand gedrängt sind, kümmert - zum Beispiel um Flüchtlinge. Das müsse nach dem Austritt der Briten aus der Europäischen Union noch mehr gelten als vorher, meint die Superintendentin.

syt

Kühlen Kopf bewahren

ein Kommentar von Dirk Borth

Der Brexit ist perfekt, die Briten haben der europäischen Idee eine Absage erteilt. Statt auf Zusammenarbeit und Austausch setzt Großbritannien auf Abschottung und Isolation.

Ich bin mir sicher: Der Jubel des siegreichen Leave-Lagers über die vermeintliche Souveränität wird schnell einer großen Ernüchterung weichen.

Kurzfristig hat der Ausstieg der Briten aus der EU die Finanzmärkte weltweit in Aufruhr versetzt. Und auch in Wolfsburg fragt sich zu Recht jeder Bürger: Welche Auswirkungen hat der Brexit für mich ganz persönlich? Ist der Euro in Gefahr und mein Geld bald nichts mehr wert? Muss ich es jetzt schnell in Gold anlegen? Oder welchem anderen schlauen Rat soll ich folgen?

Ich denke, dass es wie in jeder Krise erstmal sinnvoll ist, kühlen Kopf zu bewahren. Dem EU-Austritt der Briten nachzutrauern, ist nicht zielführend. Europa kann und wird Lösungen für die neue Situation finden, keine Frage. Voraussetzung ist allerdings, dass es die verbliebenen 27 Mitgliedsstaaten endlich schaffen, Begeisterung für Europa zu wecken. Sonst droht nach dem Brexit ein Domino-Effekt mit weiteren Exits – und dem Aus für die EU.

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