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Wolfsburger Kunstpreis: Es geht um die Ästhetik von Gewalt

Julius von Bismarck erhält Auszeichnung Wolfsburger Kunstpreis: Es geht um die Ästhetik von Gewalt

Julius von Bismarck ist der diesjährige Kunstpreisträger der Stadt. Der Berliner erhält nicht nur die Auszeichnung, sondern zeigt dazu eine Ausstellung im Schloss.

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„Gewaltenteilung“: Julius von Bismarck beim Aufbau seiner Arbeit, für die er eine Ozeanwelle von Hurrikan Ophelia scannen ließ.

Quelle: Britta Schulze

Alt-Wolfsburg. Waldbrände oder gigantische Stürme – der Künstler Julius von Bismarck untersucht diese Phänomene. Er zeigt ganz andere Seiten der Naturgewalten und bringt so Wissenschaft und Kunst zusammen. Das überzeugte die Jury des Preises „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ und so wählte sie ihn einstimmig und „voller Begeisterung“ zum Preisträger 2017. Am morgigen Samstag um 19 Uhr ist die Verleihung im Schloss, außerdem eröffnet die Städtische Galerie dort die Ausstellung von Bismarck.

Auf der Ausstellung

Auf der Ausstellung.

Quelle: Britta Schulze

„Gewaltenteilung“ nennt sich die Schau und das ist doppeldeutig gemeint. Die Arbeiten entstanden extra für Wolfsburg, alle beschäftigen sich mit der Natur. Für ein Projekt reiste Bismarck nach Florida zu Hurrikan Irma, der eine Spur der Verwüstung hinterließ. Von einem Geländewagen aus filmte das Team. Und zwar mit einer Zeitlupenkamera. Durch die 50fache Verlangsamung wirkt der Hurrikan fast harmlos und außerdem schön. „Ich versuche, die Ästhetik der Gewalt zu untersuchen und darzustellen“, erklärt Julius von Bismarck. Auf diese Weise sieht der Betrachter einen ganz anderen Aspekt in dem Mega-Sturm.

Auch dem Hurrikan Ophelia, der im Oktober in Irland ein Chaos hinterließ, reiste der Künstler nach: Er scannte Ozeanwellen mit Hilfe von 3D-Vermessung und ließ davon im 1:1-Maßstab von einer Rohrbiegefirma 400 Wellen aus Stahldraht herstellen, die in der Ausstellung an Fäden hängen. Dadurch verliert „Ophelia“ den Schrecken, die Arbeit wirkt fast filigran. Der Künstler beschäftigt sich schon lange mit der Natur und deren Rolle für den Menschen. Die verändere sich, sagt der Künstler. „Die Natur tritt jetzt an die Stelle von Gott; die Kirche ist die Wissenschaft.“ Der Mensch glaube alles, was die Wissenschaft sage, und huldige der Natur. Wer etwas gegen die Natur mache, sündige.

Von Sylvia Telge

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