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Wolfsburger IS-Unterstützer auf Bewährung in Freiheit

Oberlandesgericht Celle Wolfsburger IS-Unterstützer auf Bewährung in Freiheit

Ayoub B. kam auf Antrag der Verteidigung nach zwei Dritteln seiner Haftstraße wieder auf freien Fuß. Der 29-jährige Wolfsburger saß wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Gefängnis. Er war 2014 nach Syrien ausgereist und hatte sich dort dem IS angeschlossen.

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Oberlandesgericht Celle: Der vor knapp zwei Jahren verurteilte IS-Unterstützer aus Wolfsburg ist auf Bewährung in Freiheit.

Quelle: Archiv

Wolfsburg/Celle. Zwei Drittel seiner Haftstrafe hat der Wolfsburger Ayoub B. abgesessen – und durfte am Mittwoch das Gefängnis wieder verlassen. Der 29-Jährige war 2015 einer der ersten IS-Rückkehrer, die vor Gericht aussagten. Er beteuert, er habe sich von den gewalttätigen Islamisten abgewandt.

Das Oberlandesgericht in Celle gab dem Antrag der Verteidigung statt, den Rest der Haftstrafe auf Bewährung auszusetzen. Vorher allerdings wurden Zeugen und Gutachter gehört. Rechtsanwalt Dirk Schönian sagt: „In 36 Jahren Berufstätigkeit habe ich das so noch nie erlebt. Das Gericht hat es sich nicht leicht gemacht.“ Leicht hatte es sich der Angeklagte während des Prozesses auch selbst nicht gemacht: Patzige Antworten und angeberische Schilderungen ließen einige an seiner tätigen Reue zweifeln. „Er hat Probleme mit Autoritäten“, sagt dazu der Anwalt. Das allerdings sei auch ein Grund dafür gewesen, dass sein Mandant beim IS überhaupt nicht klarkam.

Fakt ist, dass Ayoub B. und seine Familie den Kontakt zur Polizei suchten. Der zu erwartende Rückhalt durch Brüder und Vater trug sicherlich zur positiven Prognose der Richter bei. Ebenso die Tatsache, dass sich Ayoub B. selbst bei einer IS-Aussteiger-Organisation meldete – dem Violence Prevention Network (VPN). Das tat er vermutlich auch deshalb, weil der Wolfsburger jetzt selbst zur Zielscheibe für Extremisten werden könnte.

Vier Jahre lang muss der 29-Jährige sich nun straffrei bewähren, sonst geht es zurück ins Gefängnis. Der Verfassungsschutz wird ihn im Auge behalten. Kurz vor der Anhörung waren die Haftbedingungen sogar noch einmal erneut verschärft worden. Vorher genoss Ayoub B. allerdings im offenen Vollzug schon viele Freiheiten. So durfte er laut Angaben seines Anwalts zum Beispiel unbegleitet nach München fahren, als er dort im Prozess eines anderen Terror-Unterstützers als Zeuge aussagte.

von Andrea Müller-Kudelka

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