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Stadt Wolfsburg Poetry-Slammer feierten Erfolg im Hallenbad
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Poetry-Slammer feierten Erfolg im Hallenbad
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10:00 26.02.2018
„Den Homo Sapiens Supermarktus Kassierus erkennt man an den arttypischen Piepgeräuschen“: Christoph machte in seinem Text das Einkaufen im Supermarkt zur Safari.  Quelle: Tim Schulze
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Stadtmitte

 Wer dichtet wohl heutzutage noch – außer beim Songschreiben? Acht junge Wortkünstler bewiesen jetzt beim Poetry-Slam: Dichten ist wieder angesagt – und so lebendig wie lange nicht. Mit selbst geschriebenen Titeln traten sie im Hallenbad gegeneinander an.

Das Publikum im ausverkauften Saal juchzte schon, als Moderator Dominik Bartels mit einem eigenen Text einstieg. Genüsslich berichtete er vom katastrophalen Versuch, sich mit Kaltwachsstreifen dort zu enthaaren, wo die Sonne nicht scheint – ob der Autor selbst oder sein lyrisches Ich sprach, blieb ungeklärt. Rolf Peters aus Brome, erstmals Gast beim Poetry-Slam, wurde direkt zum Fan.

Frauen und (ihre) Äpfel

Dann übernahmen die acht Teilnehmer mit einem Querschnitt durch alle nur denkbaren Themen, die Bühne: Christoph beschrieb Supermärkte als Sozialforschungseinrichtung, Karsten trug mit Heinz-Erhardt-Charme Oden an Frauen und (ihre) Äpfel vor und Gerrit brachte Anekdoten aus dem Single-Dasein. Ob Lyrik oder Prosa, das Publikum war hingerissen.

Prinzessin Lillifee läuft Amok

Michael kam dann als erster ohne Zoten und sogar ohne Zettel aus, argumentierte witzig und überzeugend für Feminismus und ließ Prinzessin Lillifee Amok laufen, was ihm die erste volle Punktzahl des Abends von der Publikumsjury bescherte. Jan Olaf überrumpelte die witzgewohnten Zuhörer mit einem leidenschaftlichen Vortrag zum Thema „Heimat“, Tanja berührte das Publikum mit einem Text über das Tempo der digitalen Zeit. Auch Maltes Text über Zweifel an Beziehungen und sich selbst ergriff das Publikum. Und schließlich debütierte Victoria mit einem Gedicht über eine unerfüllte Teenie-Liebe.

Das Finale

Im Finale standen Tanja, Malte und Michael. Sie hatten gezeigt: Es muss nicht immer Comedy sein. Gute Texte begeistern Zuhörer auch heute, 200 Jahre nach den Dichterzirkeln der Deutschen Romantik.

Von Frederike Müller

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