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„Wolfsburg Papers“ enthüllen: Raketenschlitten und Millionen Einwohner

Irre Zukunftspläne „Wolfsburg Papers“ enthüllen: Raketenschlitten und Millionen Einwohner

Diese Zukunftspläne hat die WAZ bei ihrer knallharten Recherche ganz exklusiv erfahren.

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„Wolfsburg Papers“: Geheime Unterlagen der Stadt.

Quelle: K. Nobs

Wolfsburg. Wenige Minuten vor Redaktionsschluss ist der WAZ ein echter Coup geglückt. Ein Rechercheteam (ohne Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR) ist an die „Wolfsburg Papers“ gelangt. Ein umfangreiches Dokument aus dem Keller des Rathauses, das die Pläne von Verwaltung und Politik für große Teile der Stadt offenbart.

Dabei beginnen die Unterlagen mit einem offensichtlichen Fehler. Angeblich solle Wolfsburg bis zum Jahr 2030 auf 4,3 Millionen Einwohner anwachsen (Stand heute: 125.000). Auf den weiteren Seiten wird aber deutlich, dass die Stadt in gut zwölf Jahren lediglich 4,2 Millionen Einwohner haben soll. Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) wird so zitiert: „Wir wollen vom Oberzentrum zum Superzentrum aufgestuft werden. Nein, zum Hyperzentrum!“ Dabei müsse man schnell handeln, um nicht von der Gemeinde Lehre überholt zu werden.

Wie es in den Unterlagen weiter heißt, müsse nun für 4,1 Millionen Neubürger Wohnraum geschaffen werden. Hier kommt der Nordkopf ins Spiel, den Mohrs schon lange aufwerten will. Stadtplaner Rainer H. Stapler schreibt in den „Papers“: „Es ist unkompliziert möglich, in der nördlichen Porschestraße sowohl nach oben als auch nach unten zu bauen.“ Entwürfe zeigen gewaltige Wolkenkratzer, unter anderem zwischen Markthalle und Jobcenter, die nicht nur in den Himmel ragen, sondern auch tief in die Erde reichen.

Die unterirdischen Wohnungen sollen demnach mit unterirdischen Straßen an das VW-Werk angeschlossen werden. „So müssen sich Arbeiter gar nicht mehr dem grellen Tageslicht aussetzen“, schwärmt der Planer.

Klar wird auch, dass man von der einst geplanten Stadtbahn Abstand nimmt. An ihre Stelle soll das Röhrensystem „Speedworx“ treten, das Menschen aus der Region in einer Art Raketenschlitten rasant nach Wolfsburg bringt. An der Entwicklung sind auch Experten beteiligt, die schon die Rutschen im Badeland entworfen haben.

Diese und weitere Maßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur – fliegende Drohnen zur individuellen Personenbeförderung sollen eine große Rolle spielen – will die Stadt finanzieren, indem die Mietpreise massiv angehoben werden. Der bekannte Immobilienhai Horst P. Reist-Reiber schreibt in den „Wolfsburg Papers“: „Das sollte kein Problem sein, da sich in Wolfsburg jeder alles leisten kann.“

Die Wolfsburger können also seelenruhig ins neue Jahr und in die Zukunft starten!

Von Kevin Nobs

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