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Stadt Wolfsburg Immobilienbetrug: Trio muss sich vor Gericht verantworten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Immobilienbetrug: Trio muss sich vor Gericht verantworten
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20:19 22.10.2018
Am Montag begann der Prozess vor dem Landgericht Braunschweig. Die Angeklagten stammen aus Wolfsburg, Königslutter und Wolfenbüttel. Quelle: Andrea Müller-Kudelka
Wolfsburg

Das kann man wohl wirklich Immobilienbetrug im großen Stil nennen: Eineinhalb Stunden dauerte am Montag allein die Verlesung der Anklagepunkte gegen zwei Makler und einen Notar vor dem Landgericht in Braunschweig. Es war der Auftakt für einen langwierigen Prozess. Dazu äußern will sich nur der wegen Beihilfe angeklagte Notar – allerdings erst später im Verfahren.

Die Taten ereigneten sich zwischen Herbst 2011 und Frühjahr 2014 – unter anderem in Wolfsburg.

So soll der Betrug abgelaufen sein:

13 Fälle wurden aufgeführt, das Vorgehen der Beteiligten war fast immer gleich: Eine von zwei Immobilienfirmen des 38-jährigen Angeklagten J. aus Königslutter kaufte (günstig) und verkaufte (teuer) Grundstücke, Häuser oder Wohnungen. Der 52-jährige Wolfsburger A. vermittelte gegen Provision Darlehensverträge bei Banken und der 62-jährige Notar aus Wolfenbüttel beurkundete gegen Gebühr Papiere, die zum Teil auf falschen Tatsachen beruhten. In einem gesondert laufenden Verfahren geht es parallel um Fälschungen, die die beiden Hauptangeklagten bei einem weiteren Beteiligten in Auftrag gaben.

Die meisten Kunden waren nicht kreditwürdig

Die Käufer der Häuser und Wohnungen waren alles andere als kreditwürdig. Einige verfügten gar nicht über ein geregeltes Einkommen, andere waren nur geringfügig beschäftigt oder mussten bereits Kredite abzahlen, die allerdings nicht angegeben wurden. Kontoauszüge, Einkommens- und Kapitalnachweise wurden gefälscht oder geschönt. Genauso wie Exposés zu den Objekten.

Mietverträge für Brandruine gefälscht

Im letzten, aber krassesten Fall aus dem Jahr 2014 ging es dabei um ein Brandhaus in Königslutter, das neun Jahre lang leer stand. Für unter 26.000 Euro kaufte es die Firma, für 278.000 Euro wurde es dann einem Ehepaar mit negativem Schufa-Eintrag angeboten. Sowohl der Bank wie auch den potenziellen Käufern legte A. dabei Unterlagen vor – geschönte Gehaltsabrechnungen dem Geldinstitut, falsche Mietverträge beiden. Diesmal wurden beide Parteien misstrauisch, der Kauf kam nicht zustande.

Drei Immobilien aus Wolfsburg

In zwölf anderen Fällen seit 2011 aber floss Geld. Auch bei zwei Eigentumswohnungen in Westhagen und einem Gebäude in Almke. Weitere Objekte stehen oder standen in Sickte, Stöckheim, Edingen, Groß Ilsede, Vordorf, Lengede und Peine. In der Folge der Machenschaften mussten mehrere der Kreditnehmer Privatinsolvenz anmelden. Erheblichen finanziellen Schaden haben auch die Banken, darunter einige Male die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg. Ein Verfahren gegen einen Angestellten dieses Geldinstituts wurde laut Auskunft des Vorsitzenden Richters wegen nicht ausreichenden Tatverdachts übrigens mittlerweile eingestellt.

Der jetzt aktuelle Prozess wird ab Freitag, 26. Oktober, mit Zeugenbefragungen fortgesetzt und läuft voraussichtlich bis zum 29. November.

Von Andrea Müller-Kudelka

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