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Stadt Wolfsburg Wohnungsnot: Günstig und groß gibt’s nicht
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wohnungsnot: Günstig und groß gibt’s nicht
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08:45 12.10.2017
Schick, aber nicht ganz billig: Neubauten in Wolfsburg. Bezahlbarer großer Wohnraum aber ist rar.  Quelle: Neuland
Wolfsburg

 Wohnungssuchende haben es nicht leicht in Wolfsburg. „Wir haben 3000 Interessenten“, so Neuland-Sprecherin Janina Thom. Bei der Volkswagen Immobilien sind 1500 Suchende registriert.

Unfair findet Neuland-Mieter Wali Schaffa die Verteilung, ohne Beziehungen laufe gar nichts. Er wohnt mit Frau und drei Kindern in einer 70-Quadratmeter-Wohnung in Detmerode. Seit neun Jahren hoffe er auf eine größere, günstigere Unterkunft, denn: „Nicht alle arbeiten bei VW“, sagt der Taxifahrer. „Ich bekomme kein Wohngeld. Und ich arbeite, da habe ich keine Zeit, jeden Tag bei den Gesellschaften nachzufragen.“

Aktuell gebe es keinen Leerstand, sagt Thom – nur nicht vermietbaren im Stufenhochhaus, in der Dessauer Straße sowie in Don Camillo und Peppone. Die Menschen, die wegen Abriss oder Sanierung umziehen müssen, wolle man als Mieter behalten. „Deshalb werden freie Wohnungen erst unserem Umsetzer-Team angeboten, bevor wir sie an Neukunden oder andere umzugswillige Bestandskunden geben.“ Wohnraum für jegliche Bedürfnisse entstehe unter anderem in den Hellwinkel Terrassen. Dort sollen von 150 Neuland-Neubauwohnungen 38 geförderte entstehen (7 Euro pro Quadratmeter). Die übrigen kosten 9 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Mit dem Konzept „Wohnen für Alle“ werde bezahlbarer Wohnraum in Detmerode geschaffen. „Dabei haben wir durch eine effiziente Planung die Kosten reduzieren können“, so Thom. Zum Beispiel bei 48 Wohnungen auf dem ehemaligen Sportplatz und neun Wohnungen an der „Kleinen Burg“. Im Bestand gebe es auch größere: 1488 mit vier Zimmern (80 bis 125 Quadratmeter), 105 mit fünf Zimmern (93 bis 126 Quadratmeter) und acht mit sechs Zimmern (140 bis 153 Quadratmeter). Leer stehe davon aber keine.

Planung: Auf dem ehemaligen Sportplatz an der Bunten Schule in Detmerode soll das Projekt „Wohnen für alle“ entstehen. Hier werden voraussichtlich vor allem Menschen einziehen, die wegen Sanierung und Abriss anderer von der Neuland gekaufter Häuser umziehen müssen. Quelle: Neuland

Ähnlich sieht es bei VW Immobilien aus. „Durch Fluktuation können wir rund 70 Wohnungen pro Monat neu vermieten. Die Wartezeit variiert je nach Wünschen, Lage und Zahlungsbereitschaft“, sagt Sprecher Stefan Uckelmann. Die Zahl der Interessenten wachse pro Monat um mehr als 300. Rund 1250 VWI-Wohnungen hätten vier oder mehr Zimmer, 250 seien größer als 99 Quadratmeter. Aber: „Das Angebot in diesem Segment ist nahezu vollvermietet.“ Zurzeit seien zwei große Neubauwohnungen frei. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt da allerdings bei 10 Euro pro Quadratmeter. Im Altbestand bezahlen VWI-Mieter durchschnittlich 6,28 Euro, 44 Prozent sogar unter 6 Euro.

Von Andrea Müller-Kudelka

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