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Stadt Wolfsburg Witwe des VW-Managers schildert ihre Erinnerungen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Witwe des VW-Managers schildert ihre Erinnerungen
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21:14 26.06.2017
Auf der Anklagebank: Der Wolfsburger Urologe (r.) mit seinem Anwalt Harald Wostry,  Quelle: Kevin Nobs
Stadtmitte

 Mit dramatischen Worten schilderte die Witwe des VW-Managers, der auf dem OP-Tisch eines Wolfsburger Urologen starb, ihre letzten Tage mit ihrem Verlobten. Vor dem Braunschweiger Landgericht sagte sie am Montag: „Er hat immer gesagt: Wenn Du Dich in die Fänge von Ärzten begibst, kommst Du nie wieder raus. Aber dass das so wahr werden würde...“

Mit zitternder Stimme zeichnete die 48-Jährige das Bild eines lebensfrohen Mannes mit einigen Hobbys und trockenem Humor. 2005 hatte der VW-Chefdesigner für Interieur seiner Lebensgefährtin einen Heiratsantrag gemacht. Zur Hochzeit kam es zunächst nicht, aber als 2008 klar wurde, dass die heutige Nebenklägerin schwanger ist, war das Glück perfekt. „Es war von uns beiden ein wirkliches Wunschkind“, sagte sie . Zwei Wochen nach der Geburt sollte der kerngesunde Vater, damals war er 53 Jahre alt, nicht mehr leben.

Der Fall wird seit vergangener Woche vor Gericht verhandelt. Dem Urologen (64) wird vorgeworfen, den Patienten in seiner damaligen Praxis in der Innenstadt einer Behandlung unterzogen zu haben, die er gar nicht nötig gehabt hätte – der Urologe hatte nicht vorhandene Nierensteine diagnostiziert und behandelt. Ebenfalls angeklagt ist ein Anästhesist, beiden wird gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Das Urteil wird erst im Oktober erwartet.

„Wir reanimieren ihn“

Eine lange Zeit für die Witwe, bei der während der Verhandlung noch viele Erinnerungen hochkommen werden. So auch diese: Zwei Wochen nach der Geburt ihrer Tochter war sie bei Angehörigen in Frankfurt, ihr Verlobter sollte sich derweil für eine „Nachbehandlung“ beim Urologen einfinden. Sie hatte ihm noch eine Nachricht auf die Mailbox gesprochen. Als ihr Handy klingelte, rechnete sie mit einem Rückruf des 53-Jährigen – doch es war der Urologe. „Ich wollte Ihnen nur sagen, dass Ihr Mann einen Herzstillstand hatte.“ Der Tonfall sei so trocken gewesen, als habe er sagen wollen, dass er nur ein Paket abgeliefert habe, sagt die Witwe unter Tränen. Und: „Wir reanimieren ihn.“ Er wolle sich wieder melden.

Pathologe fand keine Nierensteine

Tatsächlich klingelte kurz darauf aber VW-Chefdesigner Klaus Bischoff durch, Chef und enger Freund des 53-Jährigen. Er war in die Praxis gerufen worden. Die Witwe erinnert sich: „Er sagte: Es tut mir so leid, es tut mir so leid, er ist tot.“ Sie habe es nicht geglaubt – und tatsächlich erst realisiert, als sie die Leiche später vor der Obduktion sah (der Pathologe im Wolfsburger Klinikum habe später bestätigt, dass der Tote nie Nierensteine gehabt habe).

Die Tochter ist mittlerweile acht Jahre alt, mit drei war sie das erste Mal in Psychotherapie. Bis heute geben sich Mutter und Kind an schwierigen Tagen gegenseitig Kraft.

Nächster Verhandlungstag ist am 10. Juli um 10 Uhr.

Von Kevin Nobs

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