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Stadt Wolfsburg Wirbel um tote Pilzsammlerinnen: Hätte man sie retten können?
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wirbel um tote Pilzsammlerinnen: Hätte man sie retten können?
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23:58 27.10.2013
Wirbel um die Pilzvergiftung: Nach dem Tod zweier Frauen ermittelt die Polizei, ob das Klinikum die Tragödie hätte verhindern können.
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Ein Taxi-Fahrer brachte die Sache ins Rollen. Er hatte die russlanddeutschen Frauen aus Westhagen nach ihrem ersten Besuch im Klinikum nach Hause gebracht. Als er Tage später aus der Zeitung von ihrem Tod erfuhr, kamen ihm Zweifel: Wenn es der Mutter und der Tochter so schlecht ging, warum wurden sie dann nicht im Klinikum behalten? „Wir prüfen routinemäßig, ob der Tod der beiden Frauen vermeidbar gewesen wäre“, sagt Polizei-Sprecher Sven-Marco Claus.

Das war passiert: Am 8. Oktober hatten die Frauen im Wald Pilze gesammelt und abends verzehrt. Darunter dürfte auch der hochgiftige Grüne Knollenblätterpilz gewesen sein. Am Folgetag meldeten sie sich wegen starker Übelkeit in der Notaufnahme des Klinikums, fuhren später aber wieder mit dem Taxi nach Hause. Noch einen Tag später ging es ihnen jedoch so schlecht, dass sie wieder ins Klinikum fuhren – zu spät. Die 57-Jährige wurden in die MHH nach Hannover gebracht und starb. Vier Tage danach lebte auch die Mutter nicht mehr.

Wäre der Tod vermeidbar gewesen, wenn die Ärzte beim ersten Besuch der Frauen im Klinikum anders reagiert hätten? Haben die Frauen erst beim zweiten Besuch gesagt, dass sie möglicherweise giftige Pilze verzehrt hatten? Die Polizei ermittelt. In den nächsten Tagen soll auch der Taxi-Fahrer verhört werden, der sich erst mit Erscheinen der Zeitungsberichte zu Wort gemeldet hat.

kn

Vorwürfe: Klinikum nimmt Stellung

Die Polizei spricht zwar von „routinemäßiger“ Ermittlung im Rahmen des Todes der Frauen aus Westhagen, die vermutlich Giftpilze gegessen haben. Trotzdem wiegen die Vorwürfe schwer. Auf ihrer Homepage im Internet veröffentlichte das Klinikum gestern eine Stellungnahme zu dem tragischen Fall.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Mutter und Tochter nicht schon beim ersten Besuch in der Notaufnahme anders hätten behandelt werden müssen. In der Stellungnahme heißt es, dass bei Verdacht auf Vergiftung immer eine Reihe von bestimmten Maßnahmen getroffen werde.

Und weiter: „Diese Maßnahmen umfassen (...) immer und ohne Ausnahme die Einbeziehung eines oder mehrerer Fachärzte, die telefonische Rücksprache mit unserem Vertragspartner, Giftinformationszentrum Nord, und die Einbeziehung eines externen Experten für Pilzidentifikation.“ Erst danach werde über eine stationäre oder ambulante Weiterbehandlung entschieden.

Ob all dies in dem Fall der beiden Frauen aus Westhagen geschehen ist, werden die Ermittlungen der Polizei zeigen – untersucht werden auch die Dokumentationen aus Notaufnahme und Giftinformationszentrum. Zur WAZ sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs gestern: „Nach allem, was ich mir bisher habe berichten lassen, haben die Ärzte das Notwendige getan.“

kn

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