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Stadt Wolfsburg Wie Hochhäuser in Westhagen Stück für Stück verschwinden
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wie Hochhäuser in Westhagen Stück für Stück verschwinden
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06:00 11.10.2018
Mammut-Baustelle: Beim Abriss der Hochhaus-Kette an der Dessauer Straße kommt schweres Gerät zum Einsatz. Der 125 Tonnen schwere Kran kann seinen Ausleger bis auf 75 Meter ausfahren. Quelle: Roland Hermstein
Westhagen

Langsam schwebt die tonnenschwere Wandplatte am Kranhaken vom neunten Stockwerk nach unten. Der Rückbau der Hochhäuser an der Dessauer Straße ist in vollem Gange. Die Arbeiten im ersten Abschnitt, der die Hausnummern 22 bis 34 umfasst, sollen bis kommenden August andauern. Ein Baustellenbesuch.

Ungewohnter Anblick auf dem Marktplatz in Westhagen: Die bis zu 13 Stockwerke hohen Gebäude sind eingerüstet und mit weißen Planen verhängt. Was in der Herbstsonne fast malerisch aussieht, dient der Sicherheit. Es darf nichts herunterfallen und auftretender Staub bei den Arbeiten ist auf ein Minimum zu reduzieren. Bei dem Rückbau des Hochhaus-Komplexes aus den 1970er-Jahren sollen insgesamt 44.000 Tonnen Schutt anfallen.

Baustellenrundgang: Bauleiter Bernhardt Gillig (l.) und Neuland-Projektleiter Elmar Böschel erläuterten der WAZ das Vorgehen. Quelle: Roland Hermstein

„Der Kran nimmt jedes Teil einzeln herunter“, sagt Elmar Böschel, Teamleiter Neubau bei der Neuland, und vergleicht das Vorgehen mit dem Auseinanderbauen von Lego. Zuvor legen Arbeiter die Fassendenteile mit Stemmhämmern aus ihrem Betonmantel frei. „Die Befestigungspunkte werden händisch gelöst und die Elemente dann an einem Haken mit Viererkette vom Kran nach unten gezogen“, erläutert Bauleiter Bernhardt Gillig vom Abrissunternehmen Linkamp. Der Kran wiegt 125 Tonnen und kann seinen Ausleger bis auf eine Länge von 75 Metern ausfahren. Für Kranführer Ernst Martach, der die Arbeiter auf dem Gerüst in luftiger Höhe nicht sehen kann, ist Präzisionsarbeit gefragt: „Die Kollegen von oben geben mir über Funk durch, wie ich vorgehen muss.“

Imposanter Anblick: Die rückwärtige Seite der Hochhäuser zum Westhagener Marktplatz ist mit Schutzplanen verhüllt. Der benachbarte Rewe-Markt soll Anfang November ein Schutzdach erhalten. Quelle: Roland Hermstein

Die bislang schwerste Fassadenplatte, die am Kran hing, wog acht Tonnen. Die Arbeiten laufen parallel auf zwei Seiten. Da alle Fassadenplatten Styropor enthalten, das sich bei einem Zerkleinern mit einem Longfront-Bagger sofort in alle Richtungen verstreuen würde, werden die Platten auf dem Erdboden abgelegt, wo das Styropor anschließend vom Beton gelöst wird. Direkt daneben werden bereits abgetragene Decken zerkleinert. Der Schutt und die Platten werden mit Lastwagen abtransportiert. Den Abriss der jeweils untersten beiden Etagen soll ein Bagger übernehmen.

Seit Juni lief in den 208 Wohnungen eine Entkernung und Schadstoffsanierung. Dabei wurden sämtliche Türen, Bodenbeläge und Rohrleitungen entfernt. Mit dem Fortgang der Arbeiten soll der Rewe-Markt Anfang November ein Schutzdach aus Trapezblechen und Stahlmatten erhalten.

Von Jörn Graue

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