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„Wichtig ist mir, bei Projekten die Bürger mitzunehmen“

Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide im WAZ-Interview „Wichtig ist mir, bei Projekten die Bürger mitzunehmen“

Wohnungsbau-Offensive, Straßenplanung und Entwicklung neuer Gewerbegebiete - als Wolfsburgs neuer Stadtbaurat muss sich Kai-Uwe Hirschheide großen Herausforderungen stellen: Mit der WAZ sprach er über sein neues Amt.

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Neuer Stadtbaurat: Kai-Uwe Hirschheide im WAZ-Interview.

Quelle: Jörn Graue

WAZ: Herr Hirschheide, wie fühlen Sie sich als neuer Stadtbaurat und was bedeutet das Amt für Sie persönlich?

Hirschheide: Ich fühle mich sehr gut. Bezogen auf die sechs Monate als kommissarischer Baudezernent hat sich allerdings gar nicht so viel verändert. Natürlich kommt jetzt eine neue Verantwortung dazu. Die offizielle Amtseinführung am Montag im Ratssaal war neben der Formalität auch persönlich zugleich. Vor allem standen mit Blick auf die große Zahl von Gästen die Menschen im Vordergrund. Als Stadtbaurat habe ich immer mit vielen Menschen zu tun, da ist eine gute Vertrauensbasis sehr wichtig.

WAZ: Welches sind aus Ihrer Sicht die größten baulichen Herausforderungen in den kommenden Jahren in Wolfsburg?

Hirschheide: Wir wollen die seit 2012 laufende Wohnbauoffensive weiter vorantreiben und qualitätsvolle Wohngebiete für alle Menschen schaffen. Beispielhafte Projekte in der Kernstadt sind Goethepark, Suhlgarten und Lessingpark. Dabei haben wir immer verschiedene Zielgruppen im Blick. Das Baugebiet Hellwinkel hat Modellcharakter für die ganze Stadt und darüber hinaus. Zugleich soll Wolfsburg als eine Stadt im Grünen weiterentwickelt werden. Hinzu kommt das Thema der Mobilität. Dazu gehören der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, aber auch den Breitbandausbau im Rahmen von „Wolfsburg digital“ zähle ich dazu. So viel Bautätigkeit wie in Wolfsburg gibt es derzeit in kaum einer anderen Stadt in vergleichbarer Größe. Besonders wichtig ist mir, bei den Projekten die Bürger mitzunehmen.

WAZ: Der Umbau des Nordkopfs und die Verkehrsführung rund um das riesige Neubaugebiet in Nordsteimke sind zwei Themen, die aktuell heftig diskutiert werden. Welche Positionen vertreten Sie dazu?

Hirschheide: Die beiden Vorhaben habe ich natürlich auch in den vergangenen Monaten vor der Amtseinführung intensiv begleitet. Beim Nordkopf wird nur auf einer sehr kleinen Fläche das vieldiskutierte „Provisorium“ entstehen. Ansonsten orientieren wir uns an dem qualitativen Ausbau der Porschestraße. Wir brauchen hier immer auch eine sichere Verkehrsführung, zumal der Verlauf der so genannten Alternativen Grünen Route in der Innenstadt noch nicht feststeht. Die Verkehrsführung in Wolfsburg Süd-Ost wird derzeit mit der Politik und mit den Bürgern abgestimmt, da möchte ich jetzt nicht weiter vorgreifen.

WAZ: Sehen Sie sich bei unterschiedlichen Positionen immer auch in der Rolle eines Vermittlers und Moderators?

Hirschheide: Einerseits ja. Andererseits müssen auch Entscheidungen getroffen werden. Dabei steht im Fokus, wie die Stadt Wolfsburg weiter vorankommt und zukunftsfähig sein wird. Es ist wichtig dabei, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen zu kennen, um dann gute Entscheidungen zu treffen.

WAZ: Machen wir einen gedanklichen Streifzug durch die Stadt. Welches Bauwerk finden Sie am beeindruckendsten?

Hirschheide: Das ist die rund 1,4 Kilometer lange Fassade des VW-Werks an Kanal und Bahnstrecke. Auch das Theater auf dem Klieversberg gefällt mir besonders gut. Es liegt aus meiner Sicht genau am richtigen Platz und ermöglicht einen guten Blick auf die Stadt. Daneben ist es, wie man jüngst beim Drehbühnenball feststellen konnte, funktional sehr gut aufgestellt.

WAZ: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Hirschheide: Ich habe keine Freizeit (lacht). Ich gehe in der wenigen Freizeit häufig schwimmen, fahre mit dem Fahrrad und unternehme viel mit meinen Kindern.

WAZ: Wo sehen Sie Wolfsburg baulich und architektonisch in fünf Jahren?

Hirschheide: Wolfsburg hat baulich und architektonisch eine hohe Qualität. Auf die schnellen Innovationen, durch die die Stadt gekennzeichnet ist, müssen wir bei Bedarf baulich kurzfristig reagieren können. Dabei kommt es immer auch auf die Balance an zwischen dem, was wir bewahren und dem, was wir entwickeln wollen.

Interview: Jörn Graue

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