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Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Diskussionsrunde beim Grafen Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Der Wolf kehrt zurück nach Niedersachsen: Über die Folgen und Konsequenzen diskutierten Naturschützer, Jäger und Politiker auf Einladung des Grafen von der Schulenburg.

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Spritzige Zeitreise mit Show, Musik und viel Akrobatik

Angeregte Diskussion im Schafstall Bisdorf: 350 Gäste kamen zu der Veranstaltung.

Quelle: Gero Gerewitz

Bisdorf. Für gewöhnlich beherrschen Harmonie und Konzertklänge den idyllischen „Schafstall“ in Bisdorf. Am Donnerstag allerdings dominierte die Konfrontation um ein Thema, das immer wieder Schlagzeilen prägt. Es ging um die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland und speziell nach Niedersachsen. Günther Graf von der Schulenburg hatte zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, um – moderiert von Lucas von Bothmer – Freunde und Gegner des grauen Einwanderers zu Wort kommen zu lassen. Der Gastgeber selbst bezog eindeutig Position: Die Revierinhaber und Jäger selbst müssten die Wolfszahlen in verträglichen Grenzen halten

Gastgeber

Gastgeber: Günther Graf von der Schulenburg.

Quelle: Gero Gerewitz
Der Wolf

Der Wolf: Mittlepunkt einer Diskussionsrunde.

Quelle: Gero Gerewitz

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Auf dem Podium und im Rund der 350 Besucher war geballte Prominenz aus Politik, Literatur und Naturschutzverbänden vertreten. FDP-Generalsekretär Gero Hocker (MdL) und Helmut Dammann-Tanke, Präsident der Landesjägerschaft, rieben sich mit dem NABU-Landesvorsitzenden Holger Buschmann um sogenannte Entnahmen, wie das Abschießen von Wölfen in höflicher Form genannt wird. Denn in einigen Landesteilen haben sich die Einwanderer aus dem Baltikum und Polen zu echten Problemen entwickelt. Berüchtigt beispielsweise ist eine Wölfin in Barnstorf (Landkreis Diepholz), der besondere Fähigkeiten beim Reißen von Schafen nachgesagt werden. Da die Wölfin fleißig Nachwuchs bekommen hat, dürfte sich das Problem für die Schäfer bereits multipliziert haben. Landtagsabgeordneter Dammann-Tanke verwies ferner darauf, dass mittlerweile auch die Schafherden auf den Deichen angegriffen würden. „Damit ist auf längere Sicht die Qualität des Hochwasserschutzes an der Küste und an der Elbe gefährdet,“ sagte der Jäger-Präsident.

Holger Buschmann vom Naturschutzbund Niedersachsen hatte einen schweren Stand auf dem Podium und angesichts einer Übermacht im Publikum, die hörbar für die strenge Wolfs-Regulierung votierte. Der Landesvorsitzende nämlich wertete den Wolf als wichtigen Bestandteil der Natur und stellte kursierende Vermehrungsanalysen in Frage. Schäfer und Rinderzüchter hörten mit wenig Begeisterung den Einwand Buschmanns, dass nicht immer Wölfe, sondern auch marodierende Hunde für diverse Nutztierrisse verantwortlich sein könnten. Und wenn Wölfe ein Problem würden, müssten nach NABU-Ansicht Polizei oder Ordnungsbehörden regulierend eingreifen.

Volles Haus

Volles Haus: Das Thema Wolf beschäftigt viele Menschen.

Quelle: Gero Gerewitz

Dagegen gab es Widerspruch: „In meinem Revier sorge nur ich für Ordnung“, erklärte Graf von der Schulenburg, der dennoch mit dem Verlauf der Podiumsdiskussion sehr zufrieden war: „Die Kontroversen waren vorprogrammiert“, sagte er. Sicher sei, dass dieses Thema die Menschen noch lange beschäftigen werde.

Von Burkhard Heuer

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