Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Wehe, wenn die Welle schwappt

Jusos als Wahlhelfer Wehe, wenn die Welle schwappt

Wenn die erst mal groß sind: Wolfsburgs Jusos zelebrieren Wahlkämpfe und Wahlerfolge schon heute wie den Gewinn einer Fußball-Weltmeisterschaft. Mit ihren rotzfrechen Aktionen verhalfen sie Falko Mohrs und Immacolata Glosemeyer zum Sieg.

Voriger Artikel
Vorhang auf für die Landesbühnentage im Theater
Nächster Artikel
Weihnachtsmarkt: Almhütte ist das neue Highlight

Die Jusos sorgen für Stimmung: Nach der Landtagswahl feierten sie mit Immacolata Glosemeyer.

Quelle: Boris Baschin

Wolfsburg. Wehe, wenn die Welle schwappt. Urplötzlich wurde es laut im Rathaus, als würden Fußballfans gerade den Sieg im Pokalfinale feiern. Wer schon am Abend der Bundestagswahl vor drei Wochen in der Bürgerhalle dabei war, der wusste auch am Abend der Landtagswahl: Das können nur die Jusos mit der La Ola sein. Die Jungsozialisten feierten die Siege von Falko Mohrs und Immacolata Glosemeyer nicht, sie zelebrierten sie geradezu. Mit Fug und Recht, denn schon den Wahlkampf ihrer Kandidaten hatten die fröhlichen Nachwuchs-Politiker ganz entscheidend mitgeprägt. Laut, frech, witzig - „So einen Wahlkampf hatte ich vorher nicht für möglich gehalten“, sagt Immacolata Glosemeyer. Und das Schönste: „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Wolfsburgs Juso-Vorsitzender Ahmed Bouassida.

Für die Jusos begann der Spaß schon vorher

Spaß hatten sie alle bei der Wolfsburger SPD nach den triumphalen Erfolgen, für die Jusos begann der Spaß Wochen vorher. Wer sagt denn, dass Politik dröge und langweilig sein muss? Sie zogen verkleidet durch die Fuzo, ein Teil als Soldaten, ein Teil als Professoren; verbunden mit der Frage an die Wähler: Wollen wir unser Geld für Rüstung ausgeben oder für Bildung? Mit selbst gedruckten „Zeitungen“ im XXL-Format saßen sie auf Parkbänken und machten die Leute neugierig, auf der Berliner Brücke hielten sie tausenden Autofahrern Plakate mit Wahlausagen entgegen. Plakate kleben und Flyer verteilen war gestern. „Das war unheimlich kreativ, was die Truppe sich da ausgedacht hat“, freut sich Falko Mohrs. Und Immacolata Glosemeyer, nebenbei noch Parteichefin, sieht bereits eine rosige Zukunft: „Wir haben wahnsinnig motivierten Nachwuchs, das macht mich stolz.“

Den Ball schießt Ahmed Bouassida prompt zurück: „Wir sind auch alle richtig stolz“ – auf die Kandidaten und die kleine, verschworene Truppe, die so klein gar nicht mehr ist. Ein halbes Dutzend Jusos war in Wolfsburg vor eineinhalb Jahren aktiv, heute sind es drei Dutzend, zehn davon standen in den Wahlkämpfen an vorderster Front. Und feierten die Wahlsiege in der Bürgerhalle mit Tröten, Transparanten und Sprechchören, als handle es sich um Fankultur vom Feinsten auf dem Fußballplatz. „Ein bisschen ist das schon so“, sagt auch Bouasssida. Nur dass man sich nicht als reine Fans sieht: „Wir sehen uns als Teil der Mannschaft, konnten zum Teamerfolg beitragen.“

“Ab jetzt seid ihr Ehren-Jusos“

Zum ihrem Team gehören übrigens auch Glosemeyer (52) und Mohrs (33) seit Sonntagabend. Bouassida (20) schenkte ihnen Caps mit Aufdruck der Jungsozialisten: „Ab jetzt seid ihr Ehren-Jusos.“ Politik als Heidenspaß für junge Menschen – „und es wäre toll, wenn noch viel mehr junge Leute in den Parteien mitmachen würden.“

Von Ulrich Franke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Wolfsburg

Themenwoche "Sicherheit": Auf dieser Seite haben wir alle relevanten Artikel mit dem Schwerpunkt Wolfsburg für Sie zusammengefasst. mehr