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Wand an Wand: Komödie gerät zum Siegspiel

Uraufführung im Wolfsburger Scharoun Theater Wand an Wand: Komödie gerät zum Siegspiel

Okay, die Story ist mehr als dünn und die Gags sind vorhersehbar. Natürlich kriegen sich Waltraud und Franz in Peter Dehlers Komödie mit Musik „Wand an Wand“, die eigentlich zum puren Singspiel geraten ist.

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Wand an Wand Peter Dehlers Komödie mit Walter Plathe in der Hauptrolle wurde am Freitag im Scharoun Theater Wolfsburg aufgeführt.

Quelle: Bo Lahola

Wolfsburg. Am Freitag wurde die Uraufführung des Stücks „Wand an Wand“ für die Hamburger Kammerspiele in der Inszenierung des Autors im Scharoun Theater gezeigt.

Das Thema ist bekannt: Mann und Frau, Nachbarn wider Willen, gehen sich gehörig auf die Nerven. Franz ist ein miesepetriger, geschiedener Rentner, der für seine Zimmerpflanzen lebt, seinem verblichenen Leguan nachtrauert und sich nur nach einem sehnt: Ruhe. Waltraud, gute 50 plus, hat sich soeben von Jürgen getrennt und freut sich auf die Zukunft: Spannend soll sie sein und abwechslungsreich. Erst einmal aber kämpft sie mit dem Chaos vieler Umzugskartons, noch nicht gelieferter Möbel, dem enttäuschenden Ergebnis einer Single-Börse und dem ewig meckernden Nachbarn wegen zu lauter Musik oder des abendlichen Einsatzes einer Bohrmaschine. Bis es „klick“ macht zwischen ihr und Franz.

Von nun an gibt’s kein Halten mehr. Also singen sie sich querbeet durch die Welt seichter Schlager, verbeugen sich dann vor Hilde Knef, Udo Jürgens und Marlene Dietrich, verschonen auch Mozart nicht, erweisen Tucholsky &. Co ihre Reverenz, schrecken nicht vor dem Rezitieren von Shakespeare-Versen zurück. Da wirken die musikalische Auswahl (als Pianist geschickt im Hintergrund Thomas Möckel) und der Literatur-Mix bisweilen schon recht befremdlich und zusammenhanglos.

Dass der Abend dennoch nicht im Desaster versinkt, ist den beiden Protagonisten zu verdanken. Walter Plathe und Angelika Wedekind sind Vollprofis, verstehen auch die flachsten Pointen gut zu setzen und Lacher zu erzielen. Ihre außerordentliche Qualität und Professionalität wird besonders am Schluss deutlich, wenn Plathe mit Otto-Reutter-Couplets brilliert und Wedekind von ihrem muskelbepackten „Neandertaler“ schwärmt.

Von Katrin Mauke

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