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Walter Hiller: „Haus der Geschichte“ von VW und Stadt

Volkswagen-Historie Walter Hiller: „Haus der Geschichte“ von VW und Stadt

Die NS-Historie von Volkswagen wurde durch Wissenschaftler umfassend aufgearbeitet. Gleiches sollte mit der Nachkriegsgeschichte des Unternehmens geschehen, sagt der frühere VW-Betriebsratschef Walter Hiller. Er regt ein „Haus der Geschichte“ von Volkswagen und der Stadt Wolfsburg an.

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Walter Hiller: Der frühere VW-Betriebsratschef regt eine Aufarbeitung der VW-Nachkriegshistorie und ein „Haus der Geschichte“ in Wolfsburg an.
 

Quelle: Britta Schulze

Wolfsburg.  Der frühere VW-Betriebsratschef und niedersächsische Sozialminister Walter Hiller plädiert für eine Aufarbeitung der Geschichte Volkswagens nach dem Zweiten Weltkrieg – nach dem Vorbild der wegweisenden Erforschung der NS-Vergangenheit des Unternehmens durch die Historiker Manfred Grieger und Hans Mommsen. „In gleicher Weise müsste nun die Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte, die Entwicklung von der Diktatur zur Demokratie – 1945 bis 1975 – erfolgen“, schreibt Hiller in einem offenen Brief an VW-Konzernchef Matthias Müller.

Volkswagen und die NS-Historie

Volkswagen und die NS-Historie: Adolf Hitler begutachtet auf der Rückbank sitzend den ersten Wagen vom Typ Käfer, der 1936 bei der „Gesellschaft zur Vorbereitung des deutschen Volkswagens“ in Stuttgart nach den Entwürfen des Automobilkonstrukteurs Ferdinand Porsche (M, ohne Kopfbedeckung) gebaut wurde.

Quelle: dpa

Die Erkenntnisse sollten der Öffentlichkeit in einem „Haus des Lernens aus der Geschichte“ zugänglich gemacht werden, „das gleichzeitig ein Erinnerungsort und ein Ort des Lernens sein soll“, so Hiller. Diese Einrichtung solle gemeinsam von Volkswagen und der Stadt Wolfsburg konzipiert und errichtet werden. „Damit würde der Baustein für eine lebendige Erinnerungskultur geschaffen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verknüpft“, schreibt der frühere VW-Betriebsratschef.

 80 Jahre nach der Grundsteinlegung des VW-Werks und der Stadtgründung durch die Nationalsozialisten könnten Volkswagen und Wolfsburg im Jahr 2018 ein positives Zeichen setzen. Angesichts starker rechtsextremer, antisemitischer und rassistischer Tendenzen in der Gesellschaft, so Hiller, brauche es jetzt „einen weiteren Entwicklungsschritt der Erinnerungskultur bei Volkswagen, um die bereits gelegte Basis nicht zu gefährden“.

Erinnerungskultur

Erinnerungskultur: VW-Konzernchef Matthias Müller und Betriebsratschef Bernd Osterloh bei einer Kranzniederlegung gemeinsam mit VW-Auszubildenden im früheren Konzentrationslager Auschwitz.

Quelle: VW-Betriebsrat

Hiller würdigt die Erinnerungsarbeit bei Volkswagen, etwa durch die Finanzierung der Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz und das Engagement von VW-Auszubildenden in der Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers. Es sei aber ebenso wichtig, „den größeren hiervon nicht betroffenen Teil der Auszubildenden und anderer junger Menschen durch Aufklärung über die NS-Verbrechen und deren Ursachen zu bilden und hiermit auch einen Beitrag zu deren persönlicher Entwicklung zu leisten“, schreibt Hiller. VW habe zwar seine Vergangenheit im Nationalsozialismus und den Einsatz Tausender Zwangsarbeiter „wissenschaftlich fundiert und glaubwürdig“ aufgearbeitet. „Volkswagen hat allerdings in dieser Hinsicht auch eine besondere historische Verantwortung.“

Von der Redaktion

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