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Wahlforum: „Wollen Parteien ins Schwitzen bringen“

Wolfsburg Wahlforum: „Wollen Parteien ins Schwitzen bringen“

Wolfsburg. „Wir wollen die Parteien ins Schwitzen bringen“, kündigte Thomas Heyn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Wolfsburg, am Samstag auf dem Hugo-Bork-Platz an. Redner aller im Rat (noch) vertretenen Fraktionen sprachen über die Themen Wohnen, Lebensqualität und Arbeit.

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Hugo-Bork-Platz: Wahlforum des DGB mit Kandidaten aus dem Rat der Stadt.

Quelle: Britta Schulze

Jörg Lünsmann moderierte und es blieben immer mal wieder Bürger stehen, um Teile der Diskussion zu verfolgen. Kritische Fragen stellten selbst aber nur wenige.

Es sprachen Kristin Krumm (29, FDP), Sandra Straube (45, PUG), Hans-Georg Bachmann (57, SPD), Peter Kassel (50, CDU), Olaf Niehus (46, Grüne), Bastian Zimmermann (32, Linke) und Svante Evenburg (30, Piraten). Die Politiker bewerteten auch Entscheidungen, die seit 2011 schon gefallen sind - darunter Streittehmen wie „Rock im Allerpark“ (PUG/CDU wollten ein Jahr aussetzen) oder die Diskussion über die wieder verworfene Erhöhung der Gewerbesteuer: Piraten, Linke und Grüne bedauern das.

SPD-Chef Bachmann beschrieb auch die Schwierigkeiten, die der Rat mit der Verwaltung bei der Durchsetzung der eigentlich von allen befürworteten Quote von 25 Prozent für sozialen Wohnungsbau in Baugebieten hatte. Zimmermann (Linke), selbst bisher nicht im Rat, forderte, zudem etwas gegen Schimmel in vorhandenen Wohnungen zu tun. Und ein Zuhörer forderte mehr Fahrstühle für Senioren.

Der Umgang miteinander war fair, die Meinungen unterschieden sich meist vor allem im Detail. Klassische Schwerpunkte der Fraktionen wie Bildung (SPD), Wirtschaft (CDU/FDP), Bürgemitbestimmung (PUG/Piraten) oder soziale Gerechtigkeit (Linke) wurden besonders betont. Und die Zuhörer? David Timm fand die Debatte wichtig: „Ich hatte schon eine Richtung, was ich wähle, die hat sich konkretisiert“, sagte er. Lars und Anika Nüsse hätten sich früher und mehr solche Wahlkampfaktionen gewünscht, denn: „Plakate helfen nicht.“ Andreas Beier kritisierte: „Ich habe keine Konzepte gehört, nur Absichtserklärungen.“

amü

Demokratie dauert 

ein Kommentar von Andrea Müller-Kudelka

Schade: Viele Bürger haben am Samstag die Chance verpasst, den Ratsfraktionen Fragen zu ihrem Wahlprogramm zu stellen. Vielleicht hat es einigen vor Ort auch zu lange gedauert, denn bis die vorgegebenen Themen diskutiert waren, verging mehr als eine Stunde. Dann erst folgte die offene Fragerunde.

Hut ab vor allen, die in der sengenden Hitze bis zum Schluss ausgehalten haben – sowohl vor als auch auf dem Podium. Sicher, es war eine Wahlkampfaktion – aber eine, bei der nicht nur leere Phrasen gedroschen wurden, sondern die die unterschiedlichen Positionen der Parteien durchaus deutlich machte und auch zeigte, wie Demokratie funktioniert.

Je mehr Menschen mitreden dürfen, umso länger dauert eben ein Prozess. Bleibt zu hoffen, dass die Bürger bei der Kommunalwahl am 11. September ihre Chance nutzen, der Politik eine demokratische Richtung vorzugeben. 

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