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Stadt Wolfsburg „Musik muss Herz und Haltung haben“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Musik muss Herz und Haltung haben“
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00:19 17.04.2019
Henning Wehland Quelle: Markus Walter
Wolfsburg

Der Sänger Henning Wehland gab mit seiner Band am vergangenen Freitag das Abschlusskonzert seiner Deutschland-Tournee „Der Letzte an der Bar“ im Hallenbad. Nach vielen erfolgreichen Jahren im Musik-Business als Frontmen der H-Blockx, Mitglied der Söhne Mannheims, als Manager von The Boss Hoss und Pohlmann sowie Juror bei The Voice Kids wagt er nun den Weg als Solokünstler.

Deine professionelle Erfahrung im Musik-Business ist sehr facettenreich. Was macht dir mehr Spaß – als Manager im Hintergrund oder selbst auf der Bühne stehen?

(Lacht) Auf jeden Fall bin ich Künstler, ich will auf die Bühne. Ich bin ´n Gorilla: Ich muss mir auf die Brust klopfen können und dafür Applaus ernten. Ich bin mit 18 Jahren in die Musikszene gekommen. Ich komme eigentlich aus einem akademischen Haushalt, mein Vater war Professor und Chefredakteur einer Zeitung, meine Mutter war auch Redakteurin, da dachte ich dann doch, ich müsse mir ein zweites Standbein aufbauen und habe alles mögliche ausprobiert – vom Management über Start-Up-Unternehmen, ich habe sogar fünf Jahre lang eine eigene Bar besessen. Aber alles hat mich dann doch immer wieder zurück zur Musik getrieben. Weil ich gemerkt habe: Das ist das, was ich am besten kann und was mir am meisten Spaß macht. Darüber bin ich auch sehr glücklich und habe es dann nun schließlich auch zum Solokünstler gebracht. Davor hatte ich mit H-Blockx und Söhnen Mannheims bisher eben immer in Teams gearbeitet. Und so vor 3-4 Jahren war es dann eben an der Zeit, dass ich dachte: „Jetzt muss ich mal mein eigenens Ding machen!“

Du warst auch als Juror bei The Voice Kids sehr erfolgreich…

Ich war zweimal da und habe zweimal das Gewinner-Team vertreten! (Freut sich)

Und hast du noch Kontakt zu den The Voice Kids-Kandidatinnen Michèle und Danyiom?

Ja klar! Und nicht nur zu denen, sondern auch zu Hanna und Anne-Sophie und zu Marie Wegener, die dann ja auch DSDS gewonnen hat… Aber speziell zu Michèle zum Beispiel: Sie hat auch den Tour-Auftakt vor zwei Wochen in Köln begleitet und hat da mit mir das Duett „Bonnie & Clyde“ gesungen. Bekannt geworden ist der Song im Duett mit Sarah Connor. Aber ja: Zu denen habe ich nach wie vor Kontakt und das ist mir auch wichtig. Ich mag es eben, mit Menschen zu arbeiten, die Lust auf Kreativität haben. Die Welt halt eben mit Kunst zu verändern.

Schön, dass du auch mit jungen Menschen zusammenarbeitest – dass du Wertschätzung unter deinen Kollegen genießt, zeigt ja die Hommage deiner Weggefährten für das Einsingen von Strophen für deinen Titel „Der Letzte an der Bar“…

Absolut. Das ist mein Denkmal sozusagen. Mehr kann man nicht erreichen: Wenn du 16 Künstler hast, die dir wirklich so ein Ständchen liefern, das ist überwältigend, einfach großartig. Aber das hat mich The Voice Kids aber eben auch gelehrt: Ich sehe junge Menschen nicht als kleine Kinder an, sondern wenn sich jemand musikalisch mit mir auseinandersetzt, kann man sich auf Augenhöhe begegnen. Ich bin bei The Voice Kids vielen jungen Menschen begegnet, die teilweise nicht nur besser singen können als ich, sondern auch frische Ideen einbringen, die ich großartig finde… Und das ist auch genau das, was für mich „Der Letzte an der Bar“ bedeutet: Sich einfach mal hinzusetzen und zu sprechen, sich auf Augenhöhe begegnen, egal wie alt man ist und keine Vorurteile zu haben.

Du lebst aktuell in Berlin, man hört aber läuten, dass du eine Rückkehr in deine Heimat Münster erwägst und dich dort sogar das Bürgermeisteramt reizen würde?

Ja, nach wie vor ist Münster eine „Hochburg in meinem Herzen“. Ich habe tatsächlich mal geäußert, dass ich Bürgermeister von Münster werden will, ja, das ist nach wie vor mein Plan, der noch in der Schublade liegt. Aber erstmal will ich ja jetzt mit meinem Solo-Projekt noch ein paar mehr Leute begeistern.

Wie sehen die weiteren Pläne aus, neues Album in Aussicht?

Ja, 2017 ist ja dieses Soloalbum „Der Letzte an der Bar“ rausgekommen, heute Abschluss der Tour, und seit ´nem guten Jahr schreibe ich neue Songs. Ich habe dafür das Konzept ein bisschen verfeinert für das zweite Solo-Album, es geht zurück zu meinen Wurzeln: H-Blockx, Energie als Front-Mann auf der Bühne, auch Haltung und Standpunkte einzunehmen… Das habe ich eben auf der Tour jetzt auch gemerkt, wie viel Spaß das macht und wie sehr das fehlt, Haltung zu zeigen. Das fehlt heute ein bisschen, dass es auch mal Musiker gibt wie in den 80ern Udo Lindenberg oder BAP oder Rammstein. Denn ich glaube, dass Musik auch dafür da ist, auch mal den Finger in die Wunde zu legen mit Texten, die einen Standpunkt beziehen. Und da hab´ich eben Bock drauf, meine Sicht der Dinge auf die Welt zu zeigen. Dafür brauchte ich eben ein bisschen Zeit, aber nun ist es soweit: Ich werde jetzt im Abstand von wenigen Wochen einzelne Songs veröffentlichen, hauptsächlich ersteinmal digital, aber zum Ende des Jahres dann auch ein neues Album.

Da sind wir gespannt und freuen uns drauf, vielen Dank für das Gespräch.

Von swi

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