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Stadt Wolfsburg Die besten Orangen, die je ein Pilger gemopst hat
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Die besten Orangen, die je ein Pilger gemopst hat
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14:47 09.03.2018
Entschädigung für viele Strapazen: An einer Kirche entdeckten Michaela und Kristin einen Orangen-Baum mit vielen saftigen Früchten.  Quelle: privat
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Gifhorn/Wolfsburg

 Nachdem ich am nächsten Morgen meine Augen geöffnet hatte, saß Kristin mir bereits aufrecht gegenüber und forderte mich auf, so schnell wie möglich aufzustehen. Sie war nämlich unglaublich gespannt darauf, ob Jesus mit seiner „Wunderheilung“ unseren Jakobsweg gerettet hatte. Und tatsächlich, nachdem ich die Paste von meinem Fuß abgewaschen hatte, ging es mir ein wenig besser!

Wanderlieder nach der Wundheilung

Zum Hintergrund: Natürlich wissen Kristin und ich, dass es keine „Wunderheilung“ gibt. Allerdings hatte uns die Jesus-Begegnung so sehr inspiriert, dass wir zumindest für einen kurzen Zeitraum alle dunklen Gedanken wegsperren konnten, um unseren Jakobsweg fortsetzen zu können. Und ganz ehrlich, es würde ja auch die Magie an der Geschichte verloren gehen, wenn wir uns nur an den „französischen Obdachlosen“ mit der Tonerde erinnern würden...

Also verabschiedeten wir uns von Jesus und seinen tierischen Freunden und gingen los. Diesmal achteten wir aber mehr auf die Signale unserer leidenden Füße, schlenderten deutlich langsamer die Wege entlang, sangen fröhlich Wanderlieder und nutzten jede Gelegenheit, um uns auszuruhen und das Wetter zu genießen. Herrlich!

Beste Mahlzeit, die man sich vorstellen kann

Unser Weg führte vorbei an grünen Feldern, kleinen Bauern-Dörfern und kleineren Waldabschnitten. Die Luft war frisch und bis auf Vogelgezwitscher hörten wir ab und zu Landmaschinen, die an uns vorbeifuhren. Wir fühlten uns wie im Paradies. Als wir unserem Zielort Barcelinhos näher kamen, nahm der Verkehr wieder zu. Allerdings störte uns dieser gar nicht, da wir in der Nähe einer kleinen Kirche einen wunderschönen Orangen-Baum entdeckten. Dieser trug die saftigsten Früchte, die wir je gesehen hatten. (Kurze Anmerkung: Wenn man sich vier Tage lang von Nüssen, Trockenfrüchten, Keksen und einer Pizza ernährt, ist eine frische, portugiesische Orange die beste Mahlzeit, die man sich vorstellen kann.) Offiziell haben wir uns die Früchte ganz artig angesehen und sind traurig weitergewandert. Inoffiziell waren das die wahrscheinlich besten Orangen, die je ein Pilger gemopst hat!

Herrlicher Panoramablick nach 20 Kilometern

Nach etwa 20 Kilometern Fußmarsch kamen wir endlich in Barcelinhos an. Dort checkten wir für fünf Euro in eine unglaublich luxuriöse Herberge ein. Es gab eine Kletterwand, Fußbäder (die aber nicht funktionierten) und bequeme Betten. Das große Highlight waren aber die Fensterbank im Schlafsaal und der Panoramablick auf die Stadt. Dort ließen Kristin und ich dann den Abend ausklingen.

Von Michaela Gebauer

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