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Vor 40 Jahren: Helmut Schmidt im VW-Werk

Wolfsburger Stadtgeschichte(n) Vor 40 Jahren: Helmut Schmidt im VW-Werk

Jeder Arbeitnehmer, der es sich wünscht, soll finanziell in die Lage kommen, sich ein Automobil zu leisten! Das sagte Helmut Schmidt (1918-2015)vor 20.000 VW-Mitarbeitern. Vor genau 40 Jahren sprach der damalige Bundeskanzler auf Einladung von Gesamtbetriebsratschef Siegfried Ehlers bei der Betriebsversammlung im Wolfsburger Werk.

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Der Bundeskanzler bei VW: Vor 40 Jahren kam Helmut Schmidt im Mercedes vor dem Verwaltungshochhaus an.

Quelle: Photowerk (he)

Zunächst einmal kam Helmut Schmidt zu spät, eine halbe Stunde lang mussten VW-Chef Toni Schmücker und Aufsichtsratsvorsitzender Hans Birnbaum auf den Kanzler warten. Auf dem Weg aus der damaligen Bundeshauptstadt Bonn nach Wolfsburg war der Sozialdemokrat zunächst über Königslutter in Braunschweig gelandet. 30 Minuten später fuhr Schmidt dann in seiner Staatskarosse (einem Mercedes!) vor dem Verwaltungshochhaus bei VW vor.

Die WAZ hatte das Erscheinungsbild des Bundeskanzlers damals genau unter die Lupe genommen. Er hatte demnach auf dem Kopf eine dunkelblaue Segelmütze und „den dunkelgrauen Flanellanzug leicht zerknittert, das Jackett offen“. Aufgefallen war dem Reporter außerdem „ein Ansatz von sichtbarem Bauch über der Hose“. Später hieß es, VW-Chef Toni Schmücker habe gesagt: „Schmidt ist schmuck, ich bin Schmücker.“

Durch die Ausstellungshalle wollte der Bundeskanzler nur so durchrauschen mit seinem Sicherheitspersonal. Der VW-Chef wünschte sich aber ein Foto mit Schmidt und Polo. Der Kanzler machte mit, zeigte auf die Motorhaube: „Nun macht doch mal die Klappe auf!“ Er erinnerte sich auch an seinen ersten Wahlkampf, für den er im Käfer unterwegs gewesen sei. „Später habe ich die Karre noch für einen guten Preis verkauft!“

Wenige Minuten später war der Trubel vorbei. Helmut Schmidt verschwand mit der Konzernspitze hinter verschlossenen Türen. Saft, Suppe und kalte Platte soll es beim Gespräch über den Wolfsburger Autobauer gegeben haben.

In der späteren Rede vor der VW-Betriebsversammlung hob der Kanzler die zentrale Rolle der Automobilindustrie für Deutschland hervor. Er nahm die Autobauer aber auch in die Pflicht: Umweltverträglichkeit und Wartungsfreundlichkeit auch bei VW müssten im Laufe der Jahrzehnte noch viele Fortschritte machen.

kn

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