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Vier neue städtische Kitas für Wolfsburg

Wolfsburg Vier neue städtische Kitas für Wolfsburg

Vier neue Kitas werden nach den Sommerferien 2017 in Betrieb gehen - alle betrieben von der Stadt Wolfsburg, die damit ihren Anteil als Arbeitgeberin in diesem Bereich von sieben auf zwölf Prozent steigert. Die Verwaltung kündigte am Montag einen weiteren Ausbau an; dann wieder in Kooperation mit anderen Trägern.

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Vorfreude: Vier städtische Kitas sind im Bau. Diana Hein (l.), Klaus Mohrs, Iris Bothe und Katharina Varga (r.) informierten über Konzepte und Randdaten.

Quelle: Gerewitz / Bisch

Wolfsburg. Seit acht Jahren stiegen die Geburtenzahlen, 2016 sei ein neuer Rekord in Sicht, so Oberbürgermeister Klaus Mohrs. „Der Ausbau der Kitas richtet sich nach der Gesetzeslage, nicht nach Kasse. Wir bauen nicht über den Bedarf hinaus“, versicherte Stadträtin Iris Bothe.

275 Kita- und 196 Krippenplätze entstehen jetzt, bis 2020 sollen es 1700 werden. Zurzeit gebe es nur zwei freie Krippenplätze, bemerkte Bothe - in Brackstedt. Die ersten Bauteile für die drei Funktionsbauten in City, Westhagen und Detmerode werden im Januar geliefert, Die Akquise für 100 zusätzliche Fachkräfte laufe seit September, sagte Katharina Varga (Geschäftsbereich Jugend). Diana Hein (Fachbereich Kitas) stellte die pädagogischen Konzepte und Logos vor, die Schwerpunkte grafisch im Schriftzug aufgreifen.

  • Kita in der City (Areal der ehemaligen Porsche-Realschule), 113 Plätze, Baukosten 5 Millionen Euro: Schwerpunkt ist das Leben in der Stadt mit Rathaus, Theater oder Wochenmarkt. Die Kita wird zur „Mini-Stadt“.
  • Kinder- und Familienzentrum am Ring (Westhagen), 113 Plätze, Baukosten 5,8 Millionen Euro: Schwerpunkte sind Grundbedürfnisse wie Essen, Schlafen und Geborgenheit sowie Begegnungen für Kinder und Erwachsene aus der ganzen Welt.
  • Kita an den Teichen (Detmerode), 120 Plätze, Kosten 5,3 Millionen Euro: Umwelt, Naturwissenschaft und Technik sind hier Schwerpunkte.
  • Kita hinter den Gärten (Kästorf), 125 Plätze, Baukosten 6,5 Millionen Euro: UN-Kinderrechte und Kulturvielfalt spielen in dieser mehrsprachigen Kita eine Rolle.

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Eine schwierige Hürde: Suche nach Kita-Personal

Es ist ein bundesweites Problem, aber das macht es für Wolfsburg nicht kleiner: Für die dringend benötigten Kita-Plätze fehlen nicht nur die Räume, es fehlt auch Personal. Den Bedarf zu decken, das könne man nur „gemeinsam mit allen Trägern schaffen“, sagt Katharina Varga (Geschäftsbereich Jugend).

Das heiße nicht, dass man den Kirchen, dem DRK oder der AWO, die die Mehrzahl der Wolfsburger Kitas betreiben, die Mitarbeiter abwerben wolle, betonen die Verantwortlichen der Stadtverwaltung. Aber: Alle vier neuen Kitas ausschließlich mit Berufseinsteigern zu besetzen, das werde so nicht funktionieren. Der Personalbestand dürfte also insgesamt tüchtig durchgemischt werden. Bis Juli 2017 hofft Varga die meisten Stellen besetzt zu haben. Die Wolfsburg AG ist seit September auf Anwerbertour – bundesweit. Erste Vorstellungsgespräche hätten stattgefunden, 2017 erwartet Varga einen „großen Schwung“.

„Für die Personalkosten macht es keinen Unterschied, ob wir neue Stellen bei uns oder bei anderen Trägern realisieren“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Dezernentin Iris Bothe wünscht sich schnell eine bessere „Weichenstellung  vom Land, zum Beispiel im Bereich duale Ausbildung“. Niedersachsen müsse wach werden, sonst sei das Land bald Schlusslicht in der frühkindlichen Bildung. Auch eine bessere Vergütung bleibt dabei Thema. Woher das Geld kommt, darüber will Mohrs gar nicht konkret diskutieren, denn: „Wir sind eine der reichsten Gesellschaften der Welt, aber niemand bezahlt so schlecht wie wir.“

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Zeit, dass sich was dreht

ein Kommentar von Andrea Müller-Kudelka

Ich zweifle gar nicht daran, dass die geplanten Kita-Neubauten ebenso wie etliche weitere in den nächsten Neubaugebieten eine sinnvolle Investition darstellen. Trotzdem sollte die Frage erlaubt sein, woher das Geld stammt, das dafür gebraucht wird – und zwar nicht nur für den Bau, denn wenn der Betrieb der Kitas allein durch die Elternbeiträge finanziert werden müsste, könnten sich einige diese wichtige Bildungseinrichtung wahrscheinlich bald nicht mehr leisten.

Ich verstehe aber auch, warum unsere Stadtverwaltung auf diese Frage reserviert reagiert. Schon mehrfach forderten die Kommunen gemeinsam, Bund und Länder müssten ihrer Verantwortung im Bereich frühkindliche Bildung nachkommen und Geld locker machen.

Es wird höchste Zeit, dass das passiert, sonst folgt der nächste Kita-Streik – und zwar zu Recht, auch wenn dann wieder die Falschen darunter leiden; Eltern und Kinder.

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