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Stadt Wolfsburg Viele Diskussionen, aber keine Beratungsstelle
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Viele Diskussionen, aber keine Beratungsstelle
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10:12 22.01.2015
Medienauflauf in der Mosche (kl. Bild), Verhaftung von Ayoub B.: Wolfsburg wird von der Terror-Diskussion beherrscht.   Quelle: Archiv

Der offene Brief, in dem die Familie des Terror-verdächtigen Deutsch-Tunesiers Ayoub B. den 26-Jährigen als reuigen Aussteiger charakterisiert hatte, sorgte für Diskussionen im Internet (siehe auch Text unten) und darüber hinaus.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs begrüßte den Schritt der Familie in die Öffentlichkeit: „Es darf nicht dazu kommen, dass die gesamte Familie für die mutmaßlichen Verfehlungen des Sohnes einstehen muss.“ Er betonte aber auch: „Die Inhalte des Schreibens können wir nicht bewerten, das ist Aufgabe der Sicherheitsbehörden.“

Auch in Reislingen-Südwest, dem Wohnort von Familie B., war der Brief Tagesthema. Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Friedrichs (SPD): „Fronten aufzubauen, bringt uns im Moment nicht weiter. Der Brief hat für mich auch Appellcharakter, darum begrüße ich ihn.“

Ganz ähnlich äußerte sich Mohamed Ibrahim, Geschäftsführer des als liberal geltenden Islamischen Kulturzentrums am Berliner Ring: „Gerade in der Nachbarschaft ist es doch ganz wichtig, wie man weiter miteinander umgeht. Da kann es nur helfen, auch einmal eine etwas andere Sicht der Dinge zu erfahren.“

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WAZ-TALK mit der Landestagsabgeordneten Angelika Jahns

 WAZ: Frau Jahns, Sie haben lange für die Ansiedlung einer Beratungsstelle für ausstiegswillige Islamisten in Wolfsburg gekämpft. Gestern erklärte das Land: Diese Einrichtung kommt nach Hannover, in Trägerschaft eines Vereins.

Jahns: Darüber bin ich fassungslos. Wolfsburg ist ein Schwerpunkt für dschihadistische Aktivitäten, darum brauchen wir das Angebot vor Ort. Und dafür muss die Landesregierung sorgen!

WAZ: Nun wird man mit einer solchen Stelle kaum extrem radikalisierte Fanatiker erreichen.

Jahns: So blauäugig bin ich auch nicht. Es gibt viele junge Leute, die stehen auf der Kippe der Radikalisierung. Die müssen wir rechtzeitig erreichen. Und wir müssen ihren Familien Hilfestellung geben, wenn sie sich jemandem anvertrauen möchten.

WAZ: Wie bewerten Sie den offenen Brief der Familien von Ayoub B.?

Jahns: Auch durch ihn wird deutlich, wie wichtig qualifizierte Beratung in Wolfsburg ist. Dass das Land das ablehnt und die Stelle in Hannover auch noch in private Trägerschaft gibt, ist in meinen Augen fatal und unverantwortlich.

Interview: Ulrich Franke

Die Planungen für die Sanierung des Jugendhauses Ost am Walter-Flex-Weg gehen voran: Jetzt müssen Ortsrat, Ausschüsse und Rat den Kosten in Höhe von 170.000 Euro für die Umgestaltung zustimmen, damit die Arbeiten beginnen können. Die Jugendlichen arbeiten aktiv an der Umgestaltung mit.

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Bei dieser politischen Auseinandersetzung flogen die Fäuste. Zwei junge Leute (17 und 21 Jahre) griffen letztes Jahr im Europawahlkampf zwei Plakate-Kleber der AfD an, es kam zur handfesten Keilerei. Der Prozess vor dem Amtsgericht musste aber im ersten Anlauf ausgesetzt werden - ein wichtiger Zeuge fehlte.

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