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Viele Diskussionen, aber keine Beratungsstelle

Wolfsburg Viele Diskussionen, aber keine Beratungsstelle

Wolfsburg diskutiert weiter über den islamistischen Terror. Für reichlich Gesprächsstoff sorgte der offene Brief der Familie von Ayoub B. (WAZ berichtete). Derweil entschied das Land: Die VW-Stadt bekommt keine Beratungsstelle gegen Salafismus. Über diese Entscheidung zeigte sich Angelika Jahns (CDU) „fassungslos“ (siehe Interview).

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Medienauflauf in der Mosche (kl. Bild), Verhaftung von Ayoub B.: Wolfsburg wird von der Terror-Diskussion beherrscht.  

Quelle: Archiv

Der offene Brief, in dem die Familie des Terror-verdächtigen Deutsch-Tunesiers Ayoub B. den 26-Jährigen als reuigen Aussteiger charakterisiert hatte, sorgte für Diskussionen im Internet (siehe auch Text unten) und darüber hinaus.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs begrüßte den Schritt der Familie in die Öffentlichkeit: „Es darf nicht dazu kommen, dass die gesamte Familie für die mutmaßlichen Verfehlungen des Sohnes einstehen muss.“ Er betonte aber auch: „Die Inhalte des Schreibens können wir nicht bewerten, das ist Aufgabe der Sicherheitsbehörden.“

Auch in Reislingen-Südwest, dem Wohnort von Familie B., war der Brief Tagesthema. Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Friedrichs (SPD): „Fronten aufzubauen, bringt uns im Moment nicht weiter. Der Brief hat für mich auch Appellcharakter, darum begrüße ich ihn.“

Ganz ähnlich äußerte sich Mohamed Ibrahim, Geschäftsführer des als liberal geltenden Islamischen Kulturzentrums am Berliner Ring: „Gerade in der Nachbarschaft ist es doch ganz wichtig, wie man weiter miteinander umgeht. Da kann es nur helfen, auch einmal eine etwas andere Sicht der Dinge zu erfahren.“

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WAZ-TALK mit der Landestagsabgeordneten Angelika Jahns

 WAZ: Frau Jahns, Sie haben lange für die Ansiedlung einer Beratungsstelle für ausstiegswillige Islamisten in Wolfsburg gekämpft. Gestern erklärte das Land: Diese Einrichtung kommt nach Hannover, in Trägerschaft eines Vereins.

Jahns: Darüber bin ich fassungslos. Wolfsburg ist ein Schwerpunkt für dschihadistische Aktivitäten, darum brauchen wir das Angebot vor Ort. Und dafür muss die Landesregierung sorgen!

WAZ: Nun wird man mit einer solchen Stelle kaum extrem radikalisierte Fanatiker erreichen.

Jahns: So blauäugig bin ich auch nicht. Es gibt viele junge Leute, die stehen auf der Kippe der Radikalisierung. Die müssen wir rechtzeitig erreichen. Und wir müssen ihren Familien Hilfestellung geben, wenn sie sich jemandem anvertrauen möchten.

WAZ: Wie bewerten Sie den offenen Brief der Familien von Ayoub B.?

Jahns: Auch durch ihn wird deutlich, wie wichtig qualifizierte Beratung in Wolfsburg ist. Dass das Land das ablehnt und die Stelle in Hannover auch noch in private Trägerschaft gibt, ist in meinen Augen fatal und unverantwortlich.

Interview: Ulrich Franke

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