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Verbot von Dieseln und Benzinern: Chance für Wolfsburg?

Wolfsburg Verbot von Dieseln und Benzinern: Chance für Wolfsburg?

Die Diskussion über einen Beschluss des Bundesrats zur europäischen Strategie für emissionsarme Mobilität schlägt Wellen. Ein Verbot für Dieselautos und Benziner sehen einige auf Deutschland zukommen - schon ab 2030. Was bedeutet das für Wolfsburg?

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Dichter Verkehr auf der Autobahn: Ab 2030 sollen womöglich nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden dürfen.

„Realitätsfern“ ist das einzige Wort, das Ex-VW-Chef Carl H. Hahn zum Vorstoß zu sagen hat.

Bundestagsmitglied Günter Lach (CDU) kritisiert: „Ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 ist verfrüht und völlig illusorisch.“ Dass die Landesregierung im Bundesrat zugestimmt habe, sei unverständlich. „Hier wurde gegen Landesinteressen und Arbeitsplätze entschieden. Das muss korrigiert werden!“

Landtagsabgeordnete Immacolata Glosemeyer (SPD) meint: „Der Beschluss wird dazu führen, dass sich alle noch stärker mit dem Thema auseinandersetzen. Wir wissen ja, dass VW schon umstrukturiert. In der Vergangenheit wurde da Zeit verloren. Ich hoffe, dass das bis 2030 aufzuholen ist.“

Verkehrsexperte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer ist optimistisch, dass die Umstellung der Produktion gelingt: „Andernfalls würde Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht mithalten können. 2030 ist realistisch und VW hat die Chance, zu den Gewinnern zu gehören. “

Volkswagen-Chef Matthias Müller hatte angekündigt, bis 2025 mehr als 30 zusätzliche Elektromodelle zu bauen. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) sagt aber, „dass der Verbrennungsmotor auch 2030 noch einen wesentlichen Anteil am Antriebsmix haben wird. Ein Schwarzweiß-Ansatz, der den Verbrennungsmotor pauschal als Klimasünder abstempelt, ist zu schlicht.“

Hartwig Erb, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, sagt: „Die zukünftigen Veränderungen in der Arbeitswelt haben nicht automatisch zur Folge, dass Arbeit wegfällt. Es muss nun darum gehen, möglichst viele Menschen an der Gestaltung dieser sich verändernden Arbeitswelt zu beteiligen und Beschäftigte vor Nachteilen zu schützen. Umwelttechnisch gesehen, ist aber auch die Elektromobilität nicht das Allheilmittel.“

Der ADAC weist darauf hin, dass auch Strom „zu wesentlichen Teilen“ aus fossiler Energie stamme. Sprecherin Christine Rettig: „Natürlich wünschen wir uns, dass die Automobilhersteller alle Anstrengungen in Forschung und Entwicklung nutzen. VW hat sich klar dazu bekannt. Ob das ausreicht und wie sich der Standort Wolfsburg verändern wird, ist heute schwierig zu beurteilen.“ Wichtig: „Rahmenbedingungen schaffen.“

Oberbürgermeister Klaus Mohrs meint: „Die Entwicklung alternativer Mobilitätsformen muss an Fahrt aufnehmen. Volkswagen und Wolfsburg wollen beim Mobilitätswandel ganz vorne dabei sein. Die Stadt wird in Infrastruktur wie Ladestationen oder Routen für Rad und ÖPNV investieren. Ob das Ziel des Bundesrates realistisch ist, wird sich zeigen. Ich vermute eher nicht.“

amü

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