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Stadt Wolfsburg Talentcampus für und mit jungen Flüchtlingen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Talentcampus für und mit jungen Flüchtlingen
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00:00 21.07.2018
Projekt mit Geflüchteten: Der Talentcampus präsentierte eine Szenencollage mit Texten, Tanz und Gesang. Quelle: Andrea Müller-Kudelka
Westhagen

Das Foyer der dritten Etage der 1-2-3-Schule in der Dessauer Straße wurde am Freitag zur Bühne. Kinder und Jugendliche aus Syrien und dem Irak führten dort zum Abschluss eines dreiwöchigen Workshops, dem „Talentcampus“, ein selbst entwickeltes Theaterstück auf. Zudem präsentierten sie Bühnenbild-Modelle, Fotos und Gesang.

Projektleiterin Natali Alwarski rief den Talentcampus erstmals vor vier Jahren ins Leben. „Und es wird jedes Mal besser“, so ihre Bilanz. Im Rahmen der Integrationsförderung unterstützen mehrere Partner und Sponsoren diese Arbeit der Volkshochschule, die dazu beitragen soll, Traumata zu verarbeiten, Sprachkenntnisse zu vertiefen sowie sich mit verschiedenen Kulturen auseinanderzusetzen.

Darsteller: Fußballstar, Gesangslehrerin, Komiker oder Arzt und Ärztin würden die Workshop-Teilnehmer gern einmal sein. Regisseurin Yvonne Kamermann half ihnen, das zu zeigen. Quelle: Andrea Müller-Kudelka

16 Mädchen und Jungen zwischen neun und 17 Jahren hatten diesmal in den Sommerferien mitgemacht, darunter der 14-Jährige Laith Al Ahmed, der 2016 aus Syrien nach Deutschland kam und mittlerweile das Gymnasium in Fallersleben besucht. Automechatroniker möchte er werden, Theater ist jetzt seine Leidenschaft – und er hat neue Freunde gewonnen: „Wir alle sind jetzt wie eine Familie.“

Bühnenbild des Lebens: In der ersten Workshop-Woche entstanden mit Unterstützung von Steffen Mutschler Modelle von möglichen Szenarien. Quelle: Andrea Müller-Kudelka

„Bühnenbild meines Lebens“ war Titel und Thema. Das Stück war eine Mischung aus Komik und Trauer, deutsch und arabisch, Texten, Tanz und Gesang. Die Darsteller erzählten, wovon sie träumen. Dyala zum Beispiel wollte früher Lehrerin werden. Dann erlebte sie einen Bombeneinschlag – und möchte jetzt als Ärztin anderen helfen. Bühnenbildner Steffen Mutschler lobte, wie höflich und freundlich alle seien. Theaterpädagogin Yvonne Kamermann berichtete – wegen der Kürze der Zeit und den „völlig unterschiedlichen Lebenswelten“ – auch von viel Stress. Voller Stolz kündigte sie dann aber ihre „Rampensäue“ an.

Das Publikum filmte mit – unter anderem bei einer Gesangseinlage in arabischer Sprache. Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Viel Applaus gab’s zum Schluss vom Publikum, das aus Eltern, Projekt-Helfern und Gästen der VHS bestand.

Von Andrea Müller-Kudelka

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