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Unfälle: Kleine Nachlässigkeiten können große Folgen haben

WAZ-Sicherheitswochen Unfälle: Kleine Nachlässigkeiten können große Folgen haben

Haushaltsunfälle sind sozusagen sein tägliches Brot. Als Chefarzt der Unfallchirurgie im Wolfsburger Klinikum bekommt Dr. Wolfgang Klein Schnittwunden und Brüche als Dutzendware zu Gesicht. Und der erfahrene Mediziner ist überzeugt: „Die häufigsten Gründe für Haushaltunfälle sind Nachlässigkeit, Gedankenlosigkeit und fehlendes Risikobewusstsein.“

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Rettungswagen im Einsatz: Kleine Unachtsamkeiten im Haushalt können schwerwiegende Folgen haben.
 

Quelle: dpa

Wolfsburg.  Beispiele gefällig? „Da sind die Strombastler, die glauben, Sicherungen sind etwas für Feiglinge. Dann die Leute, die meinen, sie müssten den Rasenmäher nicht abschalten, bevor sie das blockierende Grasbündel mit der Hand entfernen. Oder die Heimwerker, die einen Backstein aufs Trittpedal der Kreissäge legen, damit sie permanent läuft.“ Dass hier Gefahren lauern, leuchtet jedem sofort ein. Beim Gertränkeholen aus dem Keller kommt man nicht so leicht darauf. Für Wolfgang Klein allerdings ein klassisches Unfallbild: „In jeder Hand eine Flasche, dann stolpert man auf der Treppe – und fällt mit Wucht in die Scherben.“ So geschehen beispielsweise einem Familienvater, der vor der Urlaubsfahrt noch zwei Flaschen Wasser aus dem Keller holen wollte: „Allein für eine Hand habe ich vier Stunden gebraucht, um alle Sehnen und Nerven wieder zu flicken. Der Urlaub war für die Familie natürlich gelaufen.“

Wolfgang Klein kennt sie, all die kleinen Nachlässigkeiten, die große Folgen haben können. Die Leiter steht im Keller – dann steige ich mal geschwind auf den Drehstuhl. Der Käserest, der mit blankem Finger in die elektrische Schneide geschoben wird. Der Rest vom Reinigungsmittel, der erst in der leeren Getränkeflasche und später im Magen des Kindes landet. Apropos Kinder: „Erwachsene müssen versuchen, sich in ihre Lage zu versetzen. Kinder ziehen gerne an der Tischdecke, auch wenn die brennende Kerze drauf steht. Steckdose und Herd sind permanent gefährlich. Genauso wie das Kind auf dem Fahrrad-Gepäckträger: Wenn da die Beine nicht gesichert sind, kommt es zu schwersten Speichenverletzungen.“

Und wie lassen sich Haushaltsunfälle am besten vermeiden? Dr. Wolfgang Klein: „Es hilft schon, wenn man seinen gesunden Menschenverstand nutzt.“

Von Ulrich Franke

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