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Stadt Wolfsburg Umzugshilfe für eine Sterbende
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Umzugshilfe für eine Sterbende
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22:00 14.02.2018
Immer im Einsatz: Fast täglich ist Florian Krause im Hospiz, meist hilft er in der Küche.  Quelle: Foto: Tim Schulze
Stadtmitte

 Manchmal braucht der 38-jährige Florian Krause selbst Hilfe, um zu helfen. Zum Beispiel, um für eine Bewohnerin des Hospiz die Wohnung aufzulösen.

Heike Kaufmann (Name von der Redaktion geändert) hat Krebs im Endstadium und eigentlich andere Probleme, als ihren Keller zu entrümpeln. Doch Mietverträge nehmen keine Rücksicht: „Bald ist der 28., dann ist meine Wohnung weg“, so die 52-Jährige. Bis dahin muss der Keller geleert, die Küche ausgeräumt und eine Couch auseinandergebaut sein. Von ihrer Familie erwartet Kaufmann keine Unterstützung – „und mein Exfreund kommt auch nicht in die Socken.“

Zu ihrem Glück bekam Florian Krause von ihrer Besorgnis mit. Der Fachlagerist arbeitet fast jeden Tag ehrenamtlich im Hospizhaus, hilft in der Küche und leistet Gesellschaft. Dass er von Kopf bis Fuß tätowiert ist – selbst die Augenlider ziert ein schwarzer Schriftzug –, stört hier niemanden. „Am Anfang haben einige der Gäste schon etwas komisch geguckt“, erinnert sich Krause. „Aber dann haben sie nach und nach gemerkt, dass ich doch recht nett bin.“

„Nett“ ist in diesem Zusammenhang untertrieben, denn Krause setzt sich enorm für die Hospizarbeit ein, plant derzeit ein Benefizkonzert und hat extra ein Promo-Video dafür gedreht. „Im Hospiz sind wir doch irgendwie alle gleich“, so Geschäftsführer Lucas Weiß. „Ich bin froh, wie vielfältig unsere 170 ehrenamtlichen Mitarbeiter sind – und Florian versteht sich sehr gut mit all unseren Gästen und bringt sie immer wieder zum Lachen.“

Auch mit Heike Kaufmann, die seit Oktober 2017 dort ist, hatte Florian Krause sich sofort angefreundet. Um ihr zu helfen, stellte er vergangene Woche ein Video auf Facebook, in dem er um Mithilfe beim Möbelräumen bittet. „Ich wollte eigentlich nur Leute aus meinem Freundeskreis ansprechen“, so Krause. Doch im Handumdrehen hatten mehr als 400 Facebooknutzer das Video geteilt, Fremde boten dem verblüfften Ehrenamtler ihre Hilfe an.

Inzwischen hat Krause das Video aus dem Netz genommen, weil sich längst genug Helfer gefunden haben. „Unser Florian stellt schon was auf die Beine!“, lächelt Kaufmann. Mit so vielen Antworten auf das Video hatte sie nicht gerechnet: „Das ist wunderbar.“

Von Frederike Müller

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