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Uli Borowka: Lesung des Ex-Fußballers und früheren Alkoholikers

Suchtkrankenhilfe Uli Borowka: Lesung des Ex-Fußballers und früheren Alkoholikers

Er führte ein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker: Uli Borowka. Inzwischen ist er trocken und war auf Einladung der Suchtkrankenhilfe zu Gast in Wolfsburg, wo er aus seinem Buch „Volle Pulle“ las.

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Uli Borowka: Der frühere Fußballprofi und trockene Alkoholiker trug auf Einladung der Suchtkrankenhilfe aus seinem Buch „Volle Pulle“ vor.

Quelle: Tim Schulze

Wolfsburg. Zum 40-jährigen Bestehen des Vereins hatte die Suchtkrankenhilfe zu einer Lesung ins Alvar-Aalto-Kulturhaus eingeladen. Der ehemalige Fußballprofi und trockene Alkoholiker Uli Borowka (55) erzählte am Sonntag aus seinem Leben und las aus seinem Buch „Volle Pulle“. Immer wieder trat er dabei auch in den Dialog mit dem Publikum im fast voll besetzten Hörsaal 1 des Kulturhauses.

Als Sportler hatte er in seinem Leben sehr viel erreicht, viele Titel erkämpft und einen Ruf als härtester Abwehrspieler der Bundesliga. Doch schon während seiner Karriere war er alkoholsüchtig, wobei er zunächst wegen seiner guten Leistungen vom Verein gedeckt wurde. Erst als nichts mehr ging, wurde er entlassen. Borowka verlor seine Familie, sein Geld und seine Würde. „Ich habe großes Glück gehabt, dass ich nicht im Knast gelandet bin“, erzählte er. Freunde sorgten dafür, dass er in eine Klinik ging und letztlich trocken wurde.

Uli Borowkas Buch ist vor fünf Jahren erschienen. Seitdem tourt er durch das ganze Land, um Menschen mit seiner Geschichte wachzurütteln oder auch aufzumuntern. „Ich bin jetzt in der größten Selbsthilfegruppe, die es gibt“, sagte er. Immer wenn er zuhause ist, beantworte er E-Mails oder telefoniere mit Suchtkranken. Auch bei seinem Auftritt in Wolfsburg zeigte Borowka sich sehr offen, ließ sich bereitwillig jederzeit während seines Vortrags unterbrechen, um Fragen zu beantworten.

So war die Veranstaltung weniger eine Lesung, sondern ein beispielhafter Dialog, der zeigte: Es ist möglich, aus dem Teufelskreis auszubrechen. Er selbst, so Borowka, sei nie in einer Selbsthilfegruppe gewesen, wisse aber aus vielen Gesprächen, dass sie der Mehrzahl der Süchtigen nütze.

In Wolfsburg ist die Suchtkrankenhilfe für Betroffene und Angehörige in der Goethestraße 33 eine Anlaufstelle. Hier kann man sich austauschen oder einfach nur einen Kaffee trinken.

Von Robert Stockamp

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