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Stadt Wolfsburg Tschernobyl-Hilfe: Karina (21) bekommt eine Prothese
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Tschernobyl-Hilfe: Karina (21) bekommt eine Prothese
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11:00 21.06.2016
Rotarier spenden für Tschernobyl-Hilfe: Der Kirchenkreis erhält 2500 Euro, Karina T. aus Gomel (3.v.l.) bekommt eine neue Prothese. Mit vier Jahren kam sie zum ersten Mal mit ihren Eltern nach Wolfsburg (kl. Foto). Quelle: Roland Hermstein
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Sie gilt einer jungen Frau aus Gomel, deren vollen Namen Superintendentin Hanna Löhmannsröben nicht nennen will, um ihre Identität zu schützen. Einige Wolfsburger aber werden sie noch kennen: Im Alter von vier Jahren kam Karina T. aus Gomel zum ersten Mal im Rahmen der Tschernobyl-Hilfe des Kirchenkreises hierher. Es seien ihre „hellsten Erinnerungen“, erzählt sie: Damals bekam sie auf Initiative von Lore Engelkes (2008 verstorben) eine Prothese - denn Karina wurde ohne linke Hand und Unterarm geboren. Vor neun Jahren wurde die Prothese zum letzten Mal an das Wachstum angepasst, doch jetzt funktioniert sie nicht mehr richtig.

Martina und Eckhart Bricke, die die Tschernobyl-Hilfe seit zwei Jahren leiten, erfuhren davon und ermöglichten es Karina T. - jetzt 21 Jahre alt - mit der aktuellen Kindergruppe, die bis zum 29. Juni Wolfsburg-Urlaub macht, mitzureisen. Sie hoffte, dass ihre Prothese repariert werden kann. Jetzt bekommt sie eine neue. „Sie hat sie schon anprobiert, kann damit einen Apfel halten und Fahrrad fahren“, berichtet Bricke. Löhmannsröben erläutert: „Unser Ziel ist es, der jungen Frau den Weg ins selbstbestimmte Berufsleben zu ermöglichen.“ Bei solchen Projekten, „gehen unseren Mitgliedern die Herzen auf“, sagt Prof. Dr. Rolf Engberding, und sein Rotary-Kollege Dr. Jens Rannenberg nickt.

Momentan arbeitet Karina T. stundenweise in zwei Jobs, parallel studiert sie Wirtschaft. Ihr Traum: Marketing. Die neue Prothese könnte helfen.

amü

Alles andere als Aktionismus

ein Kommentar von Andrea Müller-Kudelka

Die Tschernobyl-Hilfe des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen ist ein wunderbares Projekt. Eines, das Menschen nicht vergisst, deren Leid wir sonst wohl aus den Augen verlieren würden. Die Reaktor-Katastrophe ist mittlerweile 30 Jahre her, doch Folgen sind noch immer spürbar.

Es ist alles andere als purer Aktionismus: Schon seit 26 Jahren engagieren sich Mitglieder der Kirchengemeinden, um Kindern aus der verstrahlten Region zu helfen. Einige haben den Staffelstab inzwischen weitergegeben. Aber ehrenamtliche Arbeit und die Bereitschaft von Gastfamilien, Besucher bei sich zu empfangen, machen diese Hilfe jedes Jahr aufs Neue möglich.

Dank gilt allen, die Karina T. und anderen geholfen haben – jetzt und früher, durch Spenden genauso wie durch ihre Freundlichkeit.

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